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Jogi Bitter über Rückschläge und was Marathonläufer daraus lernen können

Die Haspa-Filiale am Gänsemarkt wurde zur Podcast-Bühne und zum Treffpunkt für Sportbegeisterte, die sich auf den Haspa Hamburg Marathon einstimmen wollten. Im Mittelpunkt: Johannes „Jogi“ Bitter, jahrzehntelang einer der prägenden Torhüter im deutschen Handball.

Seine zentrale Botschaft an diesem Abend: Wer im Sport bestehen will, muss mit Niederlagen umgehen können und das immer und immer wieder.

„Zwanzig bis vierzig Niederlagen pro Spiel“, so beschreibt Bitter die Realität eines Handball-Torwarts. Jeder Gegentreffer ist ein kleiner Rückschlag. Die Frage ist nicht, ob Fehler passieren, sondern wie man damit umgeht.

Gerade mit Blick auf den Haspa Marathon könnte diese Haltung kaum passender sein. Auch beim Marathon entscheidet nicht nur die körperliche Vorbereitung, sondern vor allem der Kopf.

Erfolgsjahre in Hamburg und die Lektion dahinter

Zwischen 2011 und 2013 erlebte Bitter in Hamburg prägende Erfolgsphasen. Siege stärkten sein Selbstvertrauen, mediale Aufmerksamkeit wuchs, der Druck ebenso.

Doch mit zunehmendem Alter veränderte sich seine Perspektive:
Echtes Vertrauen, so Bitter, darf nicht ausschließlich von außen kommen – nicht von Schlagzeilen, nicht von Applaus. Es muss von innen wachsen.

Eine seiner ungewöhnlichsten mentalen Techniken wurde an diesem Abend fast schon zum Running Gag: das bewusste Hochziehen der Hose nach einem Gegentor. Ein psychologischer Anker, empfohlen vom Sportpsychologen. Bedeutung: Fehler abhaken, neu fokussieren, weitermachen.

Eine Methode, die auch Läuferinnen und Läufer kennen dürften – spätestens ab Kilometer 30.

Teamgeist statt Einzelkämpfer-Mentalität

Heute arbeitet Bitter als Sportdirektor beim HSV Handball. Seine Sicht auf Leistung hat sich dadurch erweitert: Technische Brillanz allein reicht nicht. Gesucht wird eine Art von Gesamtpaket aus Charakter, Mentalität und Entwicklungspotenzial. Attribute die ein neuer Spieler für den HSV Handball mitbringen muss.

Verzeihen können, kollektiv denken, füreinander einstehen – das seien die Qualitäten, die langfristig Erfolg bringen. Der Einzelkämpfer-Ansatz habe ihn nie wirklich weitergebracht. Auch das passt  ein bisschen zur Marathon-Vorbereitung in Hamburg: So individuell der Lauf ist, so stark lebt er vom Gemeinschaftsgefühl entlang der Strecke.

Bildung als Sicherheitsnetz

Ein weiterer Punkt, den Bitter klar betonte: Bildung für Sportler ist essenziell. Eine Karriere kann durch Verletzungen jederzeit enden. Wer nur auf den Sport setzt, steht im Zweifel ohne Plan B da. Gerade im Leistungssport werde dieses Thema häufig unterschätzt. Bitter plädiert für Weitblick und für Verantwortung über die aktive Karriere hinaus.

Sportliche Einstimmung auf Hamburgs Lauf-Highlight

Die Live-Podcast-Aufnahme in der Haspa am Gänsemarkt war mehr als ein Gespräch über Handball. Sie war eine mentale Einstimmung auf das größte Laufevent der Stadt.

Resilienz. Teamgeist. Fokus.
Qualitäten, die auf dem Spielfeld zählen und auf der Marathonstrecke.
Hier gibt es die komplette Episode mit Jogi Bitter.

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