Foto: Jobrad

Boom beim Dienstrad: Wie JobRad das Auto alt aussehen lässt

Das Fahrrad erlebt in Deutschland weiter einen gewaltigen Boom – und ein Unternehmen aus Freiburg spielt dabei eine Schlüsselrolle. JobRad, Marktführer im Dienstradleasing, steht kurz davor, sein zweimillionstes Fahrrad auf die Straße zu bringen. Im Podcast „Zweite Luft “ erklärt Andreas Hennemann, Leiter Partnermanagement, warum das Modell so erfolgreich ist und welche Rolle Arbeitgeber, Händler und Politik künftig spielen.

So funktioniert Dienstradleasing

Das Prinzip ist simpel: Arbeitgeber stellen Mitarbeitenden ein Fahrrad zur Verfügung, die Leasingrate wird aus dem unversteuerten Brutto bezahlt. Das senkt die Kosten um bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Direktkauf. Viele Unternehmen bieten das Rad sogar als echten Benefit ohne zusätzlichen geldwerten Vorteil an.

„Das Modell ist extrem digital gedacht“, sagt Hennemann. „Arbeitgeber und Beschäftigte haben kaum Aufwand.“ Von der Lohnbuchhaltung bis zum Fahrradhändler: alles ist integriert.

Fast zwei Millionen JobRäder

Die Zahlen zeigen den Trend:

  • Knapp zwei Millionen Fahrräder sind bereits unterwegs.
  • Rund 80 Prozent davon sind E-Bikes.
  • Jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland kann JobRad nutzen.
  • JobRad hält knapp 50 Prozent Marktanteil im Dienstradleasing.

Besonders bemerkenswert: Für die zweite Million benötigte das Unternehmen nur drei Jahre.

Warum Händler und Arbeitgeber profitieren

Für Hennemann ist der Fachhandel ein entscheidender Erfolgsfaktor: „Wir haben das größte Händlernetzwerk in Deutschland. Die Leute wollen beraten werden.“ Und auch die Arbeitgeber treiben das Thema: Große Unternehmen wie Deutsche Bahn und BMW haben bereits Zehntausende Räder im Einsatz – mit klaren Effekten: mehr Bewegung, weniger Krankheitstage, geringere Parkplatzkosten.

Felix Herkenrath

Was passiert nach dem Leasing?

Viele Kunden übernehmen ihr Rad – wer das nicht möchte, gibt es zurück. Über die hauseigene Refurbishing-Tochter JobRad Loop werden die Räder professionell aufbereitet und als Gebrauchträder weiterverkauft. Der Konzern baut dafür gerade ein Großwerk mit über 20.000 Stellplätzen.

Ein Modell mit Zukunft – auch politisch

JobRad engagiert sich inzwischen stark in Berlin und Brüssel. Ziel: Das deutsche Modell europaweit möglich machen. Entscheidend sei das Steuerrecht, sagt Hennemann. In Österreich, Belgien und den Niederlanden funktioniert das Modell bereits.

Dass das Fahrrad insgesamt an Bedeutung gewinnt, sieht er klar: „Menschen kommen entspannter, gesünder und schneller an – und Arbeitgeber merken das.“

Und der Boom dürfte weitergehen: Millionen Beschäftigte können JobRad bereits nutzen – haben es aber noch nicht getan. Genau dort sieht das Unternehmen das größte Wachstumspotenzial.

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