40 Jahre Haspa Marathon: Der Azubi am Start, der Elefant im Ziel und ein Rekordjahr
Am 26. April fällt in Hamburg zum 40. Mal der Startschuss zum Haspa Marathon Hamburg. Vier Jahrzehnte Marathon in dieser Stadt – das bedeutet weit mehr als Zeiten, Rekorde und Ergebnislisten. Der Lauf lebt von den Menschen, die ihn möglich machen. Von den Tausenden Volunteers, die seit Jahren an Verpflegungsständen stehen, Kreuzungen sichern oder im Ziel helfen. Von Läuferinnen und Läufern, die sich zum ersten Mal an die 42,195 Kilometer wagen. Und von Momenten, die niemand planen kann.
Die stillen Helden der Strecke
Beim Haspa Marathon stehen die Läuferinnen und Läufer im Mittelpunkt. Doch ohne sie würde dieses Rennen nicht funktionieren: die Volunteers. Schon Anfang der 90er-Jahre waren rund 3.000 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Eine Zahl, die bis heute fast unverändert geblieben ist.
Sie stehen an Verpflegungsstellen, sichern Kreuzungen, betreuen Start und Ziel, helfen erschöpften Läuferinnen und Läufern und behalten auch dann den Überblick, wenn es hektisch wird. Viele von ihnen kommen aus Vereinen, andere aus Organisationen wie Technisches Hilfswerk, Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst oder Johanniter-Unfall-Hilfe.
Dazu kommen Polizei, Feuerwehr, medizinische Teams, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Ärztinnen und Notärzte entlang der Strecke. Die meisten von ihnen stehen schon früh am Morgen bereit, lange bevor der erste Startschuss fällt. Und oft bleiben sie noch, wenn die letzten Läufer längst im Ziel sind. Sie tauchen auf keiner Ergebnisliste auf.Aber ohne sie gäbe es keinen Marathon.
Henris erster Marathon
Der 40. Haspa Marathon Hamburg wird für viele ein besonderer sein. Für manche ist es der zehnte oder zwanzigste Start. Für andere beginnt hier etwas ganz Neues.
Für Henri Steevens zum Beispiel.
Henri ist Azubi bei der Haspa. Tagsüber arbeitet er in einer Filiale und lernt, wie Finanzberatung funktioniert. Von Anfang an steht der Kundenkontakt im Mittelpunkt, er hilft den Kunden dabei, ihre Träume zu erfüllen oder unterstützt auch mal beim Onlinebanking. Und dann ist da dieser eine Termin im Kalender….
Ende April. Startlinie in Hamburg. 42,195 Kilometer. Zum ersten Mal.
Henri läuft nicht erst seit gestern. Nach Feierabend dreht er seine Runden, am Wochenende werden die Strecken länger. Oft ist er dabei mit seinem Vater unterwegs. Laufen ist für ihn Routine, Ausgleich, manchmal auch einfach ein Weg, den Kopf freizubekommen.
„Der Gedanke war irgendwann einfach da“, sagt er. „Wenn man schon in Hamburg lebt – warum nicht den Marathon laufen?“
Aus diesem Gedanken ist ein Ziel geworden. Und aus den vielen Kilometern im Training wächst langsam die Gewissheit, dass dieser eine Tag mehr ist als nur ein Lauf.

Der Sieger auf dem Elefanten
1990 gewann der Dresdner Jörg Peter den Haspa Marathon Hamburg. Es war ein besonderes Jahr. Kurz zuvor war die Mauer gefallen, Deutschland wuchs wieder zusammen, und plötzlich stand ein Läufer aus Dresden ganz oben auf dem Siegerpodest eines großen Rennens im Westen.
Peter lief ein starkes Rennen. Nach 2:11:49 Stunden erreichte er das Ziel und stellte damit einen neuen Streckenrekord auf. Er war der erste Deutsche, der den Hamburger Marathon nach dem Mauerfall gewann.
Unvergessen blieb aber nicht nur seine Zeit. Kurz nach dem Zieleinlauf entstand ein Bild, das bis heute zu den kuriosesten Momenten der Marathon-Geschichte in Hamburg gehört. In der Stadt gastierte gerade ein Zirkus. Einer der Elefanten stand in der Nähe des Zielbereichs.
Und plötzlich saß der Sieger des Rennens auf seinem Rücken. Das Foto ging um die Welt. Ein Marathonläufer, noch erschöpft vom Rennen, oben auf einem Elefanten. Niemand hatte das geplant, niemand hätte es sich ausdenken können. Genau deshalb blieb das Bild hängen. Ein Jahr später kehrte Jörg Peter zurück nach Hamburg. Wieder stand er am Start, wieder lief er vorne mit. 1991 gewann er erneut. Damit wurde er der erste deutsche Läufer, der den Hamburger Marathon zweimal hintereinander für sich entschied.
Der Elefant spielte diesmal keine Rolle mehr. Die Geschichte aber war längst geschrieben.
Der größte Marathon, den Hamburg je gesehen hat
Der 40. Haspa Marathon wird nicht nur ein Jubiläum. Er wird der größte Marathon, den diese Stadt je erlebt hat.
Schon Monate vor dem Start zeigte sich, welche Dimension dieses Rennen erreicht hat. Bereits Mitte Juni waren alle 8.000 Startplätze für den Halbmarathon vergeben – so früh wie noch nie. Dabei hatte der Veranstalter das Teilnehmerfeld erst von 4.500 auf 8.000 Läuferinnen und Läufer nahezu verdoppelt.
Kurz nach Anmeldestart war zudem die Haspa Marathon Staffel mit 1500 Startplätzen (à vier Teilnehmer) ausgebucht. Zur Jubiläumsausgabe am 26. April 2026 werden somit insgesamt rund 34.000 Hobbyläuferinnen und -läufer erwartet. Zusammen mit den 12.000 Kindern und Jugendlichen, die am Vortag zum Zehntel auf die Strecke rund um die Messe am Fernsehturm gehen, sind es sogar 46.000 Sportlerinnen und Sportler.
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