Foto: Haspa

40 Jahre Haspa Marathon: Der Anfang und die Sache mit dem Huhn

Der Haspa Marathon Hamburg feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Vier Jahrzehnte voller Emotionen, Rekorde, persönlicher Geschichten und kurioser Momente am Streckenrand. Zur Einstimmung auf das Jubiläum am 26. April blicken wir in den kommenden Wochen zurück auf 40 Geschichten aus 40 Jahren Haspa Marathon Hamburg. Geschichten, die selbst eingefleischte Marathonfans vielleicht noch nicht kennen. Den Anfang machen ein paar Fakten aus dem Jahr 1986. Und eine Geschichte von der Reeperbahn.

Der Startschuss für eine Hamburger Lauftradition

Am 25. Mai 1986 begann ein neues Kapitel der Hamburger Sportgeschichte. An diesem Sonntagmorgen fiel um 9 Uhr der Startschuss für den ersten Marathon der Stadt. Eigentlich hätte das Debüt schon am 27. April stattfinden sollen. Doch weil am selben Tag auch in Bremen ein Marathon geplant war, entschieden sich die Organisatoren, den Termin um einen Monat zu verschieben. Den Start eröffneten zwei prominente Persönlichkeiten: die tschechische Lauflegende Emil Zátopek und Hamburgs damaliger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi.

8.290 Läuferinnen und Läufer aus 40 Nationen machten sich auf den Weg durch die Stadt. Mehr als 500.000 Zuschauerinnen und Zuschauer standen entlang der Strecke und feuerten sie an. Was damals kaum jemand erwartet hatte: Schon bei seiner Premiere wurde der Hamburger Lauf zum zweitgrößten Marathon Deutschlands, direkt hinter dem Berlin Marathon. Der Grundstein für den heutigen Haspa Marathon war gelegt.

Vom Marathon zum ganzen Laufwochenende

Seit der Premiere 1986 hat sich der Marathon in Hamburg immer wieder weiterentwickelt. Neue Formate kamen hinzu, das Event wuchs und wurde zu einem festen Termin im Sportkalender der Stadt. Ein wichtiger Schritt kam 1996 mit der Einführung des Kinder- und Jugendlaufs „Das Zehntel“. Dabei laufen die Teilnehmer ein Zehntel der Marathonstrecke, also 4,2195 Kilometer.

Für viele Kinder ist das der erste Wettkampf ihres Lebens. Tausende gehen jedes Jahr an den Start. Inzwischen gehört „Das Zehntel“ genauso zum Marathonwochenende wie der große Lauf am Sonntag.

Ein Huhn am Coffee-Stop

Neben den großen Zahlen sind es oft die kleinen Geschichten, die beim Haspa Marathon in Erinnerung bleiben. Eine davon erzählt Christian Schley. Er leitet die Hamburger Sparkasse-Filiale auf der Reeperbahn. Sie liegt direkt an der Marathonstrecke und gehört zu den Standorten, an denen die Haspa traditionell einen Coffee-Stop für Läufer und Zuschauer organisiert. Die Filiale ist sonntags eigentlich geschlossen. Am Marathon wird sie trotzdem geöffnet. Eines Morgens erschien dort eine Gruppe Feiernder, offenbar direkt vom Fischmarkt kommend. Die Nacht war lang gewesen. In den Händen hielten sie ein lebendes Huhn. Damals konnte man auf dem Fischmarkt tatsächlich noch lebende Tiere kaufen. Die Idee der Gruppe war einfach: Sie wollten das Huhn gegen Kaffee tauschen.

Christian Schley erinnert sich noch heute daran.

Die kamen morgens nach einer langen Nacht bei uns am Coffee-Stop an und hatten tatsächlich ein lebendes Huhn dabei. Sie wollten es gegen Kaffee eintauschen. Das war einer der kuriosesten Momente, die ich beim Haspa Marathon erlebt habe.“

Das Geschäft kam allerdings nicht zustande. Aus einem einfachen Grund: Der Kaffee an den Coffee-Stops beim Haspa Marathon ist kostenlos. Das Huhn musste also wieder mitgenommen werden.

Meine erste Begegnung mit der Marathon-Distanz

Für viele Menschen ist der Haspa Marathon mehr als nur ein Rennen. Für mich begann diese Geschichte 2023. Nach einigen Läufen und Halbmarathons wagte ich mich zum ersten Mal an die 42,195 Kilometer. Schnell wurde klar: Ein Marathon ist eine eigene Welt.

Man hat viel Zeit zum Nachdenken. Über Tempo, über Motivation und darüber, ob man wirklich weiterlaufen möchte. Irgendwann beginnt der Dialog mit dem eigenen Kopf. Man setzt sich kleine Ziele. Bis zur nächsten Kurve. Bis zur nächsten Verpflegungsstelle. Bis zum nächsten Kilometer.

Und irgendwann steht man tatsächlich im Ziel.

Erschöpft, glücklich und mit dem festen Vorsatz, das nie wieder zu tun. Der Vorsatz hält meist nur ein paar Monate. Für mich steht fest: 2026 wird es erst einmal die Staffel. Aber ganz ausschließen lässt sich ein weiterer Start beim Haspa Marathon nicht.

Blick hinter die Kulissen des Haspa Marathon

Wer noch mehr über den Haspa Marathon erfahren möchte, bekommt am 24. März eine besondere Gelegenheit. Bei einer Live-Aufzeichnung des Podcasts „Zweite Luft“ spricht Marathon-Geschäftsführer Frank Thalheiser über Geschichte, Organisation und besondere Momente des Rennens.

Die Veranstaltung findet vor Publikum statt. Weitere Infos und die Anmeldung gibt es hier. Bis zum Start des Haspa Marathon am 26. April erzählt MOPO.de noch 39 weitere Geschichten aus vier Jahrzehnten Marathon. Manche sind sportlich. Manche überraschend. Und manche beginnen einfach mit einem Huhn vom Fischmarkt.

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