Wirbel um Robert De Niro: Warum so viele Menschen auf eine Lüge reingefallen sind
Es läuft oft so ab: Ein witzig gemeinter Text verbreitet sich in Social Media, dann geht der Hinweis auf Satire verloren – und die Botschaft wird ernst genommen. So, wie die Nachricht, dass Robert De Niro aus New York wegziehen will wegen des neugewählten Bürgermeisters.
Mit dem Beginn des neuen Jahres hat Zohran Mamdani das Amt des Bürgermeisters von New York City übernommen. Angeblich soll der berühmte Schauspieler Robert De Niro deswegen die Stadt verlassen haben. „Robert De Niro sagt, er habe ‚keine andere Wahl‘, als New York City zu verlassen, jetzt, da Mamdani offiziell Bürgermeister ist“, steht in einem Facebook-Post. Dazugestellt ist der Screenshot eines englischen Textes.

Satire-Seite: „Nichts auf dieser Seite ist echt.“
Die Nachricht ist nicht echt und stammt von einer Satire-Seite. Wer nach dem englischen Text sucht, findet die gleichen Worte auf einer amerikanischen Seite – dort steht im Facebook-Intro und der Bio allerdings: „Nichts auf dieser Seite ist echt.“ Heißt: Es handelt sich um eine Satire-Seite, deren Inhalte nicht wahr sind. Der Beschreibungstext charakterisiert die Seite als „Trollerei und Propaganda“. Der Ursprung der Meldung ist also falsch. Dementsprechend gibt es auch keinerlei sonstige Berichte, dass de Niro diesen Schritt tatsächlich gemacht hat.

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Der Account „America’s Last Line Of Defence“ (ALLOD), von dem die erfundene Geschichte stammt, ist in der Vergangenheit wiederholt mit fiktiven Nachrichten aufgefallen. Der dpa-Faktencheck überprüfte schon Behauptungen über Lizenzgebühren für die Obamacare genannte US-Krankenversicherung und über einen angeblichen Rechtsstreit zwischen Erika Kirk und George Soros.
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Der demokratische Politiker Zohran Mamdani war im Herbst 2025 zum Bürgermeister von New York gewählt worden und trat sein Amt Anfang 2026 an. Er versprach den New Yorkern einen Mietendeckel, kostenlose Busse und Bahnen und Kinderbetreuung, was mit höheren Steuern für Reiche mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Dollar finanziert werden soll. (dpa/mp)
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