Selten und bösartig: An dieser Krebsart leidet Thomas Gottschalk
Diese Nachricht ist ein Schock: Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk (75) hat Krebs – und dann auch noch eine sehr seltene und bösartige Art. Das haben er und seine Frau nun öffentlich gemacht. Die MOPO erklärt, um welche Krebsart es sich handelt und was daran so gefährlich ist.
Welche Krebsart wurde bei Thomas Gottschalk diagnostiziert?
Gottschalk leidet an einem epitheloiden Angiosarkom – einem seltenen, bösartigen Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgeht. Er gehört zur Gruppe der Sarkome, die mehr als 100 verschiedene Tumorarten umfasst. Angiosarkome gehören zu den sogenannten Weichgewebesarkomen. Sie können überall im Körper entstehen – zum Beispiel an den Armen und Beinen, der Haut, aber auch an inneren Organen. Ursache oder Risikofaktoren für diese Krebsart sind weitgehend unbekannt.
Wie selten ist diese Krebsart?
Sehr selten. Sarkome insgesamt machen nur etwa ein Prozent aller Krebserkrankungen aus – und Angiosarkome nur etwa zwei Prozent aller Weichteilsarkome. Zudem können die Symptome je nach Tumorart sehr unterschiedlich und unspezifisch ausfallen. So wird die Krebsart häufig erst sehr spät erkannt.

Wie gefährlich ist ein Angiosarkom?
Die Krebsart gilt als sehr aggressiv. Die Prognose ist laut der Deutschen Sarkom-Stiftung „eher ungünstig“. Entscheidend für die Überlebenschancen sind vor allem die Tumorgröße und wie tief der Tumor schon eingedrungen ist. Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser stehen die Chancen – was bei so einer seltenen Erkrankung jedoch schwierig ist. Die Behandlung wird auf den konkreten Fall abgestimmt und kann aus verschiedenen Methoden wie Operationen, Bestrahlung oder Medikamente gegen den Krebs bestehen.
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Welche Beschwerden können auftreten – und warum wirken Betroffene oft verändert?
Zunächst treten bei Weichgewerbesarkomen meist Schwellungen auf. Später kommen andere Symptome dazu, darunter starke Schmerzen. Dann kommen häufig starke Schmerzmittel zum Einsatz, darunter Opioide wie Morphin oder Fentanyl. Diese Medikamente können Benommenheit, Schwindel und Schläfrigkeit verursachen. Genau solche Nebenwirkungen können auch nach außen hin den Eindruck von Verwirrtheit oder Unsicherheit entstehen lassen.
Wie wurde die Erkrankung bei Thomas Gottschalk bekannt?
Der Moderator machte seine Diagnose öffentlich, nachdem er bei der Bambi-Gala und der Romy-Verleihung fahrig, desorientiert und ungewohnt unsicher wirkte – was an den starken Medikamenten lag, die er einnehmen muss. In einem „Bild“-Interview sagte er nun: „Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs.“
Welche Behandlung hat Gottschalk bisher durchlaufen?
Seine Ehefrau Karina berichtete, die Diagnose sei „heftig“ gewesen. Sie wurde vor etwa vier Monaten gestellt, Gottschalk wurde sofort operiert. Ein Teil der Harnleiter und der Blase wurden entfernt, doch später musste Gottschalk erneut operiert werden, da sich herausstellte, dass noch mehr Gewebe vom Tumor befallen war. Bis heute nimmt er starke Medikamente. Über die Nebenwirkungen sagt er: „Mit diesen Tabletten fühle ich mich, als würde ich mit meinem Kopf in einer Waschmaschine stecken.“
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Warum trat er trotz Krankheit in der Öffentlichkeit auf?
Gottschalk wollte Spekulationen vermeiden und sagt, er sei „alte Schule und erfülle meine Verpflichtungen.“ Seine Ärzte verboten ihm allerdings, die Medikamente vor dem Auftritt abzusetzen. Nach der Romy entschied er: „Ich kann nicht mehr auftreten. Ich muss gesund werden.“
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