Szene aus dem neuen Bremer Tatort

Liv Moormann und Patrice Schipper überbringen Gabriele Höpken und ihrer Tochter Betty eine traurige Nachricht. Foto: picture alliance/dpa/RB TV/Pressestelle | Magdalena Stengel

Party, Pleite, Prüfungsstress: Bremer „Tatort“ zeigt Studentenleben am Abgrund

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Feiern bis zum Morgengrauen, Druck im Hörsaal – und am Ende eine Tote: Der neue Bremer „Tatort“ erzählt von Leistungsstress, Geldnot und Schuldgefühlen im Uni-Alltag.

Bremen. Nächte voller Beats, Lernstress und Zukunftsangst – und mittendrin eine junge Frau, die niemand mehr sieht. Der Jurastudentin Annalena Höpken geht es schlecht, das wissen alle. Doch erst ihr Tod sorgt für Aufmerksamkeit.

In der neuen Bremer „Tatort“-Folge „Wenn man nur einen retten könnte“ (Sonntag, 25. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) tauchen die Ermittlerinnen tief ins Studentenleben ein. Zwischen Clubnächten und Klausuren rückt weniger die Täterfrage als das Schicksal der Toten in den Mittelpunkt.

Bremer Tatort zeigt Studentenleben unter Leistungsdruck

Annalena Höpken stürzt ab – erst im übertragenen Sinn, dann ganz real. Sie wird tot am Fuß einer Treppe vor einem Nachtclub gefunden. Die Ermittlerinnen versuchen zu verstehen, wer diese Frau war und warum sie keinen Ausweg mehr sah.

Schnell zeigen sich Abgründe: Die Familie ist zerbrochen, die WG zerstritten. Die Miete frisst ihr Geld auf, selbst Essen kann sie sich kaum leisten. Um dem Leistungsdruck an der Uni standzuhalten, greift sie zu Tabletten.

Geldsorgen, Tabletten und Schuldgefühle

Auch das Umfeld der Studentin kämpft mit Erwartungen und Selbstzweifeln. Klischeehaft, aber deutlich zeichnet der Film das WG-Leben: die ehrgeizige Jurastudentin, der verwöhnte Schnösel-Sohn und der queere Lebenskünstler unter einem Dach. Konflikte sind programmiert.

Nach Annalenas Tod will niemand verantwortlich sein. Und doch fühlen sich alle mitschuldig. Der Bremer „Tatort“ erzählt diese Geschichte eher gesellschaftskritisch als spannend, eher nachdenklich als schlafraubend.

Regisseurin Ziska Riemann streift dabei viele Themen: Obdachlosigkeit, teure Mieten, Leistungsdruck, Tablettenkonsum in Uni und Club – und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Typisch für den Bremer Krimi, der soziale Konflikte nicht ausspart.

Bremer Tatort – neue Dynamik im Ermittlerteam

Der Fall bringt Kommissarin Linda Selb (Luise Wolfram) selbst in Gefahr. Verletzt ermittelt sie vom Krankenbett aus weiter. Unterstützung bekommt das Team vom Kriminaldauerdienst: Patrice Schipper, genannt Prince (Tijan Njie), dessen Ruf als Womanizer ihm vorauseilt.

Für Kommissarin Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) ist der neue Kollege eine Herausforderung. Doch trotz aller Turbulenzen bleibt der bekannte frotzelnde Ton – und mit einem entscheidenden Hinweis vom Krankenbett wird auch dieser Fall gemeistert. (dpa/mp)

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