Nackt-Shooting bei „GNTM“: Wer sich nicht auszieht, fliegt
Es kommt jedes Jahr wieder, und jedes Jahr ist es ein Drama: das Nackt-Shooting. Alle „GNTM“-Bewerber:innen wissen, dass der hüllenlose Auftritt kommt, und dennoch sind sie jedes Mal überrascht. Eine Kandidatin beschließt, sich der Aufgabe zu verweigern. Das hat dramatische Konsequenzen.
Seit 21 Jahren ist klar: Zwei Dinge, die das Gerüst der Modelsendung bilden, sind das Umstyling und das Nackt-Shooting. Haare kurz und Hose aus. Es sind die zwei Sachen, die für Heidi Klum so unverrückbar sind wie ihre eigene Frisur zu verändern oder „Ich habe heute leider kein Foto für dich“ zu sagen. Es gehört dazu, es muss sein. Denn was wäre „Germany’s Next Topmodel“ ohne bedrohliche Scheren und nackte Haut? Das mag man sich gar nicht vorstellen.
ProSieben-Moderator wirft Godfrey vor, nur berühmt werden zu wollen
Doch bevor die Models die Hüllen fallen lassen müssen, beginnt etwas sehr viel Unangenehmeres. Seit mehreren Jahren lädt Heidi Klum Journalisten in ihre Sendung ein, die ihren Models „knifflige Fragen“ stellen sollen. Was als Pressetraining verkauft wird, ist einfach der persönliche Angriff auf die Models. Privatsphäre gibt es nicht und im Namen des „Journalismus“ dürfen die Gäste – in diesem Fall ProSieben-Moderator Christian Düren – völlig grenzüberschreitend mit den Kandidat:innen sprechen.
In dieser Folge bewegen sich die fiesen Kommentare zwar im Rahmen, dennoch wird es für einige Kandidaten unangenehm. Einem Teilnehmer unterstellt Düren keine (Achtung: „GNTM“-Sprech) „Personality“ zu haben. Andere fragt er, wer es nicht verdient, weiterzukommen, und Godfrey wirft er unterm Strich vor, nur berühmt werden zu wollen. „Die Kandidaten können hier in einem geschützten Raum üben“, sagt Düren. Aber können Sie das wirklich? Ein geschützter Raum, in dem mehrere Kameras auf die Models gerichtet sind und die anderen Teilnehmer das Interview live mitverfolgen können.

Dann geht es zum Nackt-Shooting. Das Thema: Alien-High-Fashion-Fische. Maskiert wie gruselige Meerjungfrauen, nur ohne die Flossen, stehen die Models in einem Glaskasten mit Seetang und Tauseilen. Von oben kommt Regen, von der Seite Nebel. Doch bevor es losgeht, verweigert Safia das Shooting. Bereits in einer vorherigen Folge hat sie deutlich gemacht, dass ihr die Bademode zu freizügig ist. „Ich glaube nicht, dass in der Bibel steht, dass man sich so anziehen soll“, sagte sie damals.
GNTM-Fotograf: „Er modelt wie Gollum“
Jetzt, wo es um das Nackt-Shooting geht, stellt sie sich quer. Und das, obwohl sie in dem Gespräch mit Christian Düren noch meinte, dass das Teil der „GNTM“-Reise sei. Model-Boss Heidi Klum lässt daraufhin die Unruhestifterin zu sich rufen – und beendet Safias Reise. „Das finde ich echt nicht cool. Ich wünsche dir eine schöne Heimreise.“ Kurz und knapp wird damit die Kandidatin, die erst vor zwei Folgen dazugestoßen war, auch schon wieder aus der Sendung geworfen. Langen Prozess macht Klum nicht.
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Wer auch nicht mit seiner Meinung hinter dem Zaun hält, ist Fotograf Rankin. „Er erinnert mich an einen Charakter aus Herr der Ringe. Aber er modelt, wie Gollum“, sagt er über Louis (23). Während einige Models hoch angepriesen werden, wird der Rest mit harter Kritik abgestraft. Und man merkt erneut, wen Heidi Klum unbedingt weiterlassen möchte und wen nicht. In Yanneck ist die 52-Jährige so sehr verschossen, dass sie ihm – als einzigem Kandidaten im Shooting – direkte Anweisungen gibt, was er tun soll. Der Rest wird in dem Algenkasten allein gelassen.
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