„GNTM“ Folge sechs: „Toll! Da sieht man deine Trauer!“
Für die Heidis „Määdeeels“ steht in dieser sechsten Folge von „GNTM“ das erste Fotoshooting an. Doch im Gegensatz zu den Männern, die in der letzten Folge einfach gut in Bademode aussehen mussten, werden die Frauen vor eine wirklich bescheuerte Herausforderung gestellt.
Da denkt man: „Jippie, nach Jahren der absurden Fotoshootings – Kandidatinnen aus den letzten Staffeln mussten an Kränen hängen, unter Wasser posieren oder (kein Witz) in einem Fußballtor stehen und Bälle von Sebastian Schweinsteiger halten, der sich auch fragte, was er da tut – kommt endlich mal ein Shooting, wo man das Gesicht der Frauen sehen kann.“ Tja, zu früh gefreut. Denn das Shooting, das bestimmt mit einer guten Idee konzipiert wurde, zeigt leider, welche verrückten Ansprüche an die Kandidatinnen gestellt werden.
Fotoshooting bei „GNTM“: „Bleib traurig“
Zuerst werden die Frauen vor die Frage gestellt: Wollen sie lieber einen Engel oder einen Dämon verkörpern? Hmm? Gestern waren wir doch schon bei der Bibel, mit dem Walk der Männer über Wasser. Damit geht es dieses Mal weiter. Heidi: „Es wird himmlisch schön.“ Naja, oder auch nicht. Den einzigen offensichtlichen Unterschied, den diese Kategorien machen, ist die Farbe der Flügel. Schwarz oder weiß.

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Denn was dann beim Fotoshooting passiert, ist weniger himmlisch schön und mehr höllisch unangenehm. Was die „GNTM“-Frauen nämlich im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen machen müssen, ist, „den wahren Charakter und die eigene Geschichte“ auf ein Foto zu bringen. So drückt es Heidi aus. Ihr geht diese Folge erneut um … Trommelwirbel … „Personality“.

Bildlich bedeutet das: Die Models sitzen mit schwarzen oder weißen Flügeln in einem recht schlichten Set und müssen dann verschiedene Emotionen zeigen. Das Ganze hat dabei den Charakter von: „Geh in deine Vergangenheit, hol alle deine Traumata hoch und dann zeig diese Emotionen vor der Kamera und sieh bitte noch gut dabei aus.“
Die Kommentare des Fotografen und der Gastjurorin zeigen dabei, wie absurd diese Situation ist. „Bete ruhig mal. Augen zu mir. Hochgucken jetzt, mehr zu mir, ganz sanft.“ oder „Bleib traurig und jetzt die Lippen entspannen. Toll! Da sieht man deine Trauer.“
Fairerweise muss man sagen, dass viele der Fotos am Ende wirklich toll aussehen. Doch ist diese Aufgabe wirklich eine gute Idee für 22 Neulinge im Modelbusiness? Und vor allem, im Gegensatz zu den Männern, die einfach wie für ein Bademoden-Magazin modeln durften? Da scheiden sich wohl die Geister.
Das Highlight der Folge: Kandidatin spricht offen über Haarlosigkeit
Das Highlight dieser „GNTM“-Folge ist Kandidatin Anika (27) aus Paderborn. Sie erzählt extrem berührend und authentisch von ihrer Autoimmunerkrankung Alopecia areata, die dazu führt, dass sie keine Haare mehr hat. „Für mich sind die Haare ein Modeaccessoire.“
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Das war aber nicht immer so. In der Schule war es für sie teilweise sehr schwer. Selbstzweifel, wenn sie kreisrunden Haarausfall hatte, fiese Kommentare von Mitschülern. „Jugendliche können echt schlimm sein“, sagt Anika und bringt es damit auf den Punkt. Jetzt, mit 27, hat sie mehr Selbstbewusstsein. „Haare verändern das Aussehen, aber nicht mich von innen.“ Um zum Abschluss religiös zu bleiben: Preach, sister!
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