Heidi Klum (52) und Gast-Juror Jean Paul Gaultier (73) suchen die Male-Models der 21. Staffel „Germanys next Topmodel“ aus.

Heidi Klum (52) und Gast-Juror Jean Paul Gaultier (73) suchen die Male-Models der 21. Staffel „Germanys next Topmodel“ aus. Foto: ProSieben/Daniel Graf

Staffelstart von „Germanys next Topmodel“: „Ja, I have Unterhose“

kommentar icon
arrow down

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch Heidi Klum ins Zuhause vieler Millionen Deutscher. Makellos ausgeleuchtet, perfekt gestylt und hoch motiviert tritt die Modelmama zweimal wöchentlich mit „Germanys next Topmodel“ auf und beschert den Couch-Kartoffeln ein Reality-Erlebnis vom Feinsten. Längst ist GNTM nicht mehr nur die Suche nach dem nächsten großen deutschen Topmodel, sondern auch die magische Tür in ein Narnia voller Tränen, Tüll und ganz viel „Personality.“ Doch bei der ersten Folge lässt besonders der letzte Aspekt auf sich warten.

Ladies first? Nicht bei Heidi Klum. Folge 1 der 21. Staffel „Germany’s Next Topmodel“ startet am Mittwoch mit den Männern. Als Gastjuroren hat sie dafür Modedesigner Jean Paul Gaultier an ihrer Seite, doch besonders viel zu sagen hat der 73-Jährige nicht.

„Dieses Jahr ist alles anders!“ leitet die Modelmama in die neue Staffel ein. Nicht nur mit Fotos und Videos dürfen sich die Kandidaten bewerben, sie dürfen sich auch persönlich vorstellen. Dafür laufen sie in Gruppen nummeriert über den Laufsteg und zeigen, wie verschieden man(n) laufen kann – leichtfüßig, stampfend, mit lockeren Hüften oder steif wie ein Roboter. Die Gehstile sind so divers wie ihre Berufe. Ob Beamter, Modellauto-Rennfahrer, Tanzlehrer, ehemaliger Handballspieler der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft oder Kuh-Besamer. Am beeindruckendsten: Ein mehrfacher Weltmeister im Seilspringen, der in der Halle Tricks zeigt, mit denen er jedes begeisterte Seilspring-Kind vor Neid zum Weinen bringen würde.

Was in dieser ersten Folge regelrecht überquillt, ist das Selbstbewusstsein der Männer. „Ich seh aus wie Adonis“, sagt Kandidat Kevin. Warum er denkt, dass er weiterkommt? „Mein Körperfettanteil ist unter fünf Prozent.“ Das Bewerbungsvideo des Familienvaters zeigt den 33-Jährigen in seinem natürlichen Umfeld – oberkörperfrei vor der Kinderschaukel: „Ich habe einen Körper, der seinesgleichen sucht.“ Bei GNTM wird Kevins Körper zu seiner Überraschung diese Suche jedoch verwehrt: Seine Nummer wird nicht aufgerufen, tschüss Adonis!

Das Highlight der Folge: Was befindet sich unter dem Schottenrock?

Heidi Klum will nicht nur wissen, was ihre potenziellen Models so arbeiten oder was sie besonders macht – hier ließen kreative Antworten wie „Ich bin sehr sportlich“ nicht lange auf sich warten – sondern auch, was eine (Kleider-)Schicht tiefer liegt.

Als ein Kandidat mit Schottenrock auf den Laufsteg kommt, kann sich die 52-Jährige kaum zurückhalten zu fragen: „Hast du da eine Unterhose drunter?“ Der Mann, peinlich berührt von Detektiv Klums Frage, antwortet nach kurzem Zögern „Ja, I have Unterhose“ und bildet damit den komödiantischen Höhepunkt der ersten Folge.

In der ersten Folge konnten sich mehrere Hundert Kandidaten bei Heidi Klum und Gastjuror Jean Paul Gaultier persönlich vorstellen. ProSieben/Daniel Graf
Die Kandidaten stehen in einer Reihe nebeneinander auf dem Laufsteg. Vor ihnen sind die beiden Juror:innen.
In der ersten Folge konnten sich mehrere Hundert Kandidaten bei Heidi Klum und Gastjuror Jean Paul Gaultier persönlich vorstellen.

Das Lowlight der Folge: Wo ist die ganze „Personality“?

In vergangenen Staffeln musste Klum immer wieder betonen, dass es ihr längst nicht mehr nur um das Aussehen der Kandidaten gehe, sondern viel mehr um die inneren Werte. Attraktives Gesicht? Schön und gut, aber kannst du auch unterhalten? Leistungen konnten schwächeln, wenn der/die Kandidat/in ordentlich Persönlichkeit zeigte. Ob das ein faires Bewertungskriterium im Modelbusiness ist, ist die eine Frage. Die andere: Wo ist denn die Persönlichkeit in der ersten Folge der Staffel?!

Das könnte Sie auch interessieren: Herbert Grönemeyer in Hamburg: Ganz großes Gedeck – ganz ohne Allüren

Natürlich gibt es unter den Kandidaten auch diejenigen, die sich über mehr als nur ihr Äußeres definieren. Aber der Anteil wirkt gering. In Erinnerung bleiben emotional berührende Antworten wie: „Ich mache viel Sport und habe schöne Locken“, „Ich würde sagen, alles an mir ist gut“ oder „Ich mag mein Aussehen und mein Selbstbewusstsein“. Hoffentlich kann man da mit verrückten Ideen à la Klum in kommenden Folgen noch mehr rausholen. Am Donnerstag sucht die 52-Jährige dann ihre Kandidatinnen der Staffel aus.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test