Was kann die Bundeswehr in Grönland erreichen?
Die Alarmglocken in Europa schrillen laut: US-Präsident Donald Trump scheint sich nicht von einer womöglich auch gewaltsamen Inbesitznahme Grönlands abhalten zu lassen – auch wenn es die Europäer mit allen erdenklichen Tricks versuchen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte am Mittwoch angekündigt, einen Erkundungstrupp mit 13 Gebirgsjägern der Bundeswehr auf die größte Insel der Welt zu schicken, die zu Dänemark gehört. Auch Frankreich, Norwegen und Schweden beteiligen sich an der Erkundungsmission. Die Gruppe soll bereits am Freitag eintreffen.
Die Mission ist vor allem auf einer symbolischen Ebene zu verstehen: Denn Trump begründet seinen Anspruch auf Grönland mit einer angeblich prekären Sicherheitslage des arktischen Vorpostens. Angeblich bedrohten russische und chinesische Schiffe die Insel. Die Europäer versuchen den (völkerrechtswidrigen) Anspruch der USA abzuwehren, indem sie darauf verweisen, die NATO und ihre europäischen Mitglieder könnten sich verstärkt um die Sicherheit Grönlands kümmern – und werden deshalb nun selbst aktiv.
Nur noch etwa 120 Soldaten in der „Pituffik Space Base“
Tatsächlich gibt es aber keine Erkenntnisse darüber, dass Russland oder China ihre Aktivitäten um Grönland zuletzt verstärkt hätten. Es geht Trump wohl eher um ein Kaschieren seiner nationalistischen und imperialistischen Agenda. Kurios: Im Kalten Krieg hatten die USA noch mehr als ein Dutzend Militärstützpunkte auf Grönland, inzwischen gibt es nur noch einen. Und auch dieser wurde unter Trumps Verantwortung immer kleiner. Inzwischen sind in der „Pituffik Space Base“ nur noch etwa 120 Soldaten stationiert.
Das könnte Sie auch interessieren: Grönland-Konflikt: Einwohner gegen Trump – „wollen einfach in Ruhe gelassen werden“
Dänemarks Außenminister und Vertreter des autonomen Grönlands hatten diese Woche das Weiße Haus besucht. Doch der Krisengipfel blieb ohne Ergebnis. Trump erklärte auch danach, dass man Grönland „unbedingt“ brauche. Militärisch ist Grönland wichtig, weil es als Horchposten und Frühwarnsystem für die USA dient. So würden im Kriegsfall russische oder chinesische Interkontinentalraketen über die Arktis anfliegen – und nicht etwa über den riesigen Pazifik. Dies rechtzeitig zu erkennen, kann aber auch die NATO sicherstellen – dafür müssen die USA Grönland nicht exklusiv besitzen. (mp)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.