„Granny Style“ und AfD: Darum sind die Jungen plötzlich so konservativ
Stricken, Häkeln, Gartenarbeit. Was nach den Hobbys einer Oma klingt, machen sich vor allem junge Frauen aktuell zu eigen. Feiern gehen und bis zum Blackout trinken – ist out. Der „Granny Style“ ist in. Dahinter steckt ein viel größeres Problem.
Die Generation Z fühlt sich so einsam wie keine Generation zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt die Jugendtrendstudie 2026. Junge Menschen seien einsam, hätten keine Kraft für soziale Interaktionen – und sie sind politisch entzweit.
Junge Frauen suchen Schutz in altmodischen Hobbys
Während viele Jungen und Männer sich alte Rollenbilder und patriarchale Strukturen wünschen und in diesen Vorstellungen von der AfD abgeholt werden, fürchten die Mädchen und Frauen den Verlust ihrer Rechte und wählen eher links. Die Spaltung der Generation zeigte sich auch bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Jeder dritte Jungwähler wählte entweder AfD oder die Linke.

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Frauen zieht es dabei mehr zu den Linken, sie fühlen sich laut Studie dort mehr abgeholt und in ihren Sorgen ernstgenommen. Femizide und ein geschwundenes Sicherheitsgefühl dominieren ihre Ängste. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass viele den Halt im eigenen Heim suchen.
Laut der Studie romantisieren sie „Me-Time“ (Zeit für sich selbst) und Aktivitäten, die sie eigentlich von ihren Großeltern kennen. Es nennt sich „Granny Style“. Da wird zur Stricknadel gegriffen, Kräuter werden angepflanzt. Dahinter stecke ein Schutzmechanismus. Es sei die Flucht vor einer Zeit, geprägt von multiplen Krisen und der Dauerbefeuerung durch Social Media.
AfD punktet bei jungen Menschen auf TikTok
Die sozialen Medien setzen den jungen Menschen demnach vermehrt zu. Je mehr Zeit sie dort verbringen, desto einsamer fühlen sie sich und desto weniger haben sie Energie für analoge soziale Kontakte. Gleichzeitig sind TikTok/Instagram und Co. die Orte, an denen sich die Mehrheit der jungen Leute politisch informiert. Besonders die AfD kann da punkten.
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Interessant dabei: Ein großer Teil der jungen Menschen, die vorhaben, die AfD zu wählen, würde sich auf dem politischen Spektrum in der Mitte einordnen. Womit die Partei die jungen Leute überzeugt? Sie liefert auf komplexe Fragen einfache (populistische) Antworten. Diese sind zwar faktisch meist falsch, doch das Prinzip dahinter funktioniert. Laut der Studie hat die AfD eine reale Chance, bei den Bundestagswahlen 2033 eine Mehrheit zu erreichen – auch weil sie zuerst verstanden hat, die sozialen Medien für sich zu nutzen.
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