Donald Trump spricht am 6. Januar 2021 vor dem Weißen Haus zu seinen Anhängern. Kurz darauf stürmt ein Mob das Capitol.

Donald Trump spricht am 6. Januar 2021 vor dem Weißen Haus zu seinen Anhängern. Kurz darauf stürmt ein Mob das Capitol. Foto: picture alliance/ZUMAPRESS.com/Carol Guzy

Trump will zehn Milliarden von der BBC – so reagieren die Briten

US-Präsident Donald Trump verklagt die BBC auf insgesamt zehn Milliarden Dollar. Damit geht er erneut juristisch gegen Medien vor, die ihm kritisch gegenüberstehen. Seine Anwälte werfen der Rundfunkanstalt vor, Trump in einer Sendung „falsch und diffamierend“ dargestellt zu haben. Die BBC habe „absichtlich und böswillig“ versucht, ihr weltweites Publikum zu täuschen.

Die BBC bestätigte den Eingang der Klage. Man werde sich verteidigen, teilte der Sender mit. Weitere Stellungnahmen zum laufenden Verfahren werde es nicht geben.

Trumps Vorwürfe gegen BBC: Verleumdung und wirtschaftliche Schädigung

Auslöser ist ein Streit um den Zusammenschnitt einer Rede Trumps vom 6. Januar 2021. Verwendet wurde das Material in der Sendung „Panorama“. Die Ausstrahlung erfolgte kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2024, die Trump gegen Kamala Harris gewann.

Die Klagesumme setzt sich aus zwei Punkten zusammen. Trump fordert jeweils fünf Milliarden Dollar wegen Verleumdung und wegen eines Verstoßes gegen Handelspraktiken. Der Vorwurf: Die BBC habe ihm öffentlich in seinem Ansehen geschadet – und auch wirtschaftlich.

Bereits vor einem Monat hatte Trump rechtliche Schritte angekündigt. Damals war von einer Summe zwischen einer und fünf Milliarden Dollar die Rede. Die BBC erzielte im vergangenen Geschäftsjahr Einnahmen von 5,9 Milliarden Pfund aus Lizenzgebühren und kommerziellen Erlösen.

Nach der Rede stürmten Anhänger Trumps das Capitol

Für die Sendung hatte die BBC Passagen aus unterschiedlichen Teilen von Trumps Rede zusammengeschnitten. Er wiederholte in seiner Rede die mehrfach widerlegte Behauptung, ihm sei der Wahlsieg durch Betrug genommen worden. Der Zusammenschnitt ließ seine Ansprache aggressiver wirken. Nach der Rede stürmten Anhänger Trumps das Capitol. Dort sollte der Wahlsieg von Joe Biden offiziell bestätigt werden.

Trump-Anhänger haben das Capitol gestürmt und liefern sich Kämpfe mit der Polizei. picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Julio Cortez
Trump-Anhänger haben das Capitol gestürmt und liefern sich Kämpfe mit der Polizei.
Trump-Anhänger haben das Capitol gestürmt und liefern sich Kämpfe mit der Polizei.

Trump sprach von einer „falschen, diffamierenden, irreführenden und böswilligen“ Darstellung. Er warf der BBC vor, sich in die Präsidentschaftswahl eingemischt zu haben. In der Klage heißt es, der Sender habe zentrale Passagen weggelassen, um Aussagen bewusst aus dem Zusammenhang zu reißen.

Nach Trumps Kritik räumt BBC Fehler ein

Nach Trumps Kritik räumte die BBC Fehler ein und entschuldigte sich. Unbeabsichtigt sei der Eindruck entstanden, Trump habe direkt zu Gewalt aufgerufen. Der Fall trug zum Rücktritt von Senderchef Tim Davie und der für das Nachrichtengeschäft verantwortlichen Deborah Turness bei.

Trumps Anwälte drohten trotz der Entschuldigung mit Klage. Die BBC zog die Sendung aus dem Programm zurück, lehnte jedoch eine Entschädigung ab. Für eine Verleumdungsklage sah der Sender keine Grundlage.

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Es ist nicht Trumps erster Angriff auf Medien. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verschärfte er den Ton gegenüber Journalisten und ging verstärkt juristisch gegen Berichterstattung vor. Immer wieder spricht er von „Fake News“ und greift Reporter persönlich an.

Bereits zuvor verklagte Trump die US-Sender CBS und ABC. In beiden Fällen kam es zu millionenschweren Vergleichen. Kritiker sehen darin gezielte Einschüchterungsversuche und Angriffe auf die Pressefreiheit. Auch die „New York Times“ und Medienmogul Rupert Murdoch gerieten mit Trump in Konflikt. (dpa/mp)

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