Meinung

Trump und sein Lakai Infantino: Was sie anfassen, wird zur Korruption - FIFA-Boykott jetzt! 

Haha, wie witzig: FIFA-Chef Gianni Infantino (M.) amüsiert sich (2018) über Donald Trump, der Reportern im Weißen Haus die Rote Karte zeigt. Den meisten Fußball-Fans dürfte das Lachen inzwischen vergangen sein.

Eine an unappetitlichen Vorfällen nicht gerade arme Fußball-Weltmeisterschaft hat ihren ersten Mega-Skandal: Der Fußballweltverband FIFA nimmt nach einer Intervention des US-Präsidenten eine Rote Karte für einen Schlüsselspieler des US-Teams zurück. Wann gibt es endlich Konsequenzen?

Dass der Fußball-Weltverband FIFA korrupt und opportunistisch ist, weiß im Prinzip jedes Kind. Mit ihrem jüngsten Duckmäusertum bei der WM in Kanada, Mexiko und den USA stoßen die Fußball-Funktionäre allerdings in historische Dimensionen vor, die bestenfalls mit der WM im faschistischen Italien 1934 oder gegenüber der Militär-Junta in Argentinien 1978 vergleichbar sind. 

Was war passiert? Der US-Spieler Folarin Balogun war im Sechzehntelfinale mit einer Roten Karte vom Platz geflogen. Eigentlich sollte der wichtigste Torschütze des Teams also im Achtelfinale gegen Belgien von der Tribüne aus zuschauen. Eigentlich. Denn wie unter anderem die „New York Times” berichtet, hat Donald Trump zum Telefonhörer gegriffen und Infantino unter Druck gesetzt, die Karte gegen Balogun zurückzunehmen. Kurze Zeit später erklärte die FIFA, die „Rote” für den 25-Jährigen werde zur „Bewährung” ausgesetzt. Der US-Präsident bedankte sich sogar noch artig bei der FIFA. Ein ziemlich einmaliger Vorgang! Was Trump und Infantino auch anfassen: Es wird zu Korruption und Amtsmissbrauch. 

Worte alleine genügen nicht mehr 

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Unter anderem die UEFA kritisierte die Entscheidung und sah eine „Rote Linie” überschritten. Der belgische Fußball-Verband sprach von einem „Aprilscherz”. Und der wohl künftige Bundestrainer Jürgen Klopp befand: „Das stellt alles infrage!” So wahr das alles ist – es ist doch unzureichend!

Denn Worte alleine genügen nicht mehr, will man die verbliebene Glaubwürdigkeit des (internationalen) Fußballs noch retten. Die FIFA selbst hat in ihren Statuten stehen: Wenn eine Regierung versucht, in Disziplinarfragen der FIFA zu intervenieren, wird die betreffende Mannschaft automatisch disqualifiziert. Passiert dies auf dieser großen Bühne nicht, ist also ein Präzedenzfall für die Zukunft geschaffen. 

Mehr Doppelmoral geht eigentlich nicht

Und warum behauptet die FIFA eigentlich, sie könne absolut nichts tun, wenn Afrikas Schiedsrichter des Jahres, Omar Artan, kein Visum für die USA erhält, Fans aus dem Iran, Haiti und anderswo nicht einreisen dürfen, oder Trump die iranische Mannschaft zwingt, ihre Spielorte zu wechseln? Aber wenn eine Entscheidung gegen die USA getroffen wird, die Trump nicht gefällt, geht sein Lakai Infantino sofort in die Spur. Mehr Doppelmoral geht eigentlich nicht! 

Um ein Zeichen zu setzen, sollte sich Belgien weigern, montagnacht überhaupt gegen die USA anzutreten. Und die UEFA sollte umgehend ankündigen, dass sie künftig nicht mehr an FIFA-Turnieren teilnimmt, solange Infantino noch im Amt ist und die Strukturen bei der FIFA so sind, wie sie eben sind. Realistischerweise wird natürlich nichts von alledem geschehen. Dafür ist für alle Beteiligten zu viel Geld im Spiel. Und was zählen da in Anbetracht von Milliarden-Summen schon so „woke” Werte wie fairer Wettbewerb, Glaubwürdigkeit oder „sich an die eigenen Regeln halten”?    

Kommentare öffnen