Bundeskanzler Friedrich Merz ist freundschaftlich von Donald Trump empfangen worden – für andere hatte der US-Präsident mal wieder nur Spott und Häme übrig.

Bundeskanzler Friedrich Merz war im März freundschaftlich von Donald Trump empfangen worden – inzwischen hat sich die Laune des US-Präsident geändert. Foto: picture alliance / Newscom | Samuel Corum

Nach Pöbelei gegen Merz: Trump droht mit Teil-Abzug der US-Truppen aus Deutschland

US-Präsident Donald Trump stellt die Präsenz amerikanischer Soldaten in Deutschland infrage. Die USA prüften eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Eine Entscheidung solle in Kürze fallen.

Zuvor hatte Trump Bundeskanzler Friedrich Merz scharf attackiert. Der CDU-Politiker hatte die US-Offensive gegen den Iran kritisiert. Trump schrieb über Merz: „Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!“ Außerdem warf er dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran Atomwaffen besitze.

Trump hatte schon früher mit Truppen-Abzug gedroht

Schon in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte Trump mit einem Abzug gedroht. Damals wollte er 12.000 der rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Trump begründete das damals mit aus seiner Sicht zu niedrigen deutschen Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne nach seinem Amtsantritt.

Die US-Truppen galten im Kalten Krieg als Sicherheitsgarant für die Bundesrepublik. Heute sind sie auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Regionen rund um die Stützpunkte.

US-Truppen in Deutschland: Tausende Jobs hängen an Stützpunkten

Tausende Ortskräfte arbeiten für das US-Militär. Vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern hängen weitere Arbeitsplätze an der Präsenz der Amerikaner.

Eine besondere Rolle spielt der Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern. Dort befindet sich die größte US-Militärgemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten. Schätzungen zufolge fließen jedes Jahr Hunderte Millionen Euro durch Löhne, Gehälter, Mieten und Aufträge in die regionale Wirtschaft. Nahe Ramstein entsteht derzeit außerdem das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA.

US-Präsenz in Deutschland: Ramstein und Stuttgart sind zentral

In Deutschland liegen neben Ramstein auch wichtige Kommandoeinrichtungen. Dazu gehört das US-Oberkommando für Europa, EUCOM, in Stuttgart.

Der US-Kongress beschloss Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus. Demnach darf die Zahl der dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos stationierten Streitkräfte nicht länger als 45 Tage unter 76.000 fallen. Für eine Verringerung wären danach bestimmte Berichtswege nötig.

US-Truppen in Deutschland: Merz berichtete von Trump-Zusage

Noch im März hatte Merz nach einem Treffen mit Trump in Washington gesagt, der US-Präsident habe ihm den Erhalt der Truppenpräsenz zugesagt. „Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe“, sagte Merz damals. Ob Trump auch zugesichert hatte, die volle Truppenstärke zu erhalten, sagte Merz nicht.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte Trump Deutschland Hoffnung gemacht. Auf die Frage, ob er die US-Truppen in Deutschland belassen werde, sagte er: „Ja, wir werden darüber reden.“ Wenn Deutschland die Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit. „Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem.“

Verhältnis zwischen Merz und Trump belastet

Nach Trumps jüngsten Äußerungen wirkt das Verhältnis zu Merz schwer belastet. Der Kanzler widersprach diesem Eindruck am Mittwoch. „Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist – jedenfalls aus meiner Sicht – unverändert gut“, sagte Merz. Man sei „nach wie vor in guten Gesprächen miteinander“.

Merz hatte die US-Regierung zuvor öffentlich kritisiert. Er warf Washington vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. Die Amerikaner seien im Iran „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“, sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

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Er verwies dabei auf Afghanistan und den Irak. In solchen Konflikten müsse man „nicht nur rein“, sondern „auch wieder raus“. Die Iraner verhandelten aus seiner Sicht sehr geschickt – „oder eben sehr geschickt nicht“.

Trump attackierte zuletzt nicht nur Merz. Auch der britische Premier Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gerieten bei ihm in Ungnade. Nach Kritik des US-Präsidenten am Papst krachte es zudem mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. (dpa/mp)

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