Trump bestätigt US-Angriffe auf Venezuela – Staatschef Maduro gefasst
Über Monate haben die Vereinigten Staaten ihre Militärpräsenz in der Karibik erhöht. Laut Medienberichten hat das US-Militär nun offensichtlich Ziele in Venezuela angegriffen. Nun meldete Trump die Gefangennahme von dem venezolanischen Staatschef Maduro. Die venezolanische Regierung hat einen landesweiten Ausnahmezustand ausgerufen.
Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump Venezuela angegriffen und den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefasst. Sie seien aus dem südamerikanischen Land ausgeflogen worden, teilte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social mit.
Medienberichte: USA haben Ziele in Venezuela angegriffen
Die Regierung in Caracas hatte Washington zuvor vorgeworfen, eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele durchzuführen. Auch die US-Medien CBS News und Fox News berichteten, die USA hätten Ziele in Venezuela attackiert. US-Präsident Donald Trump habe die Angriffe genehmigt, berichtete CBS News unter Berufung auf US-Beamte.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Absturz eines Menschenfängers: Der HSV und die Causa Kuntz
- Der Kampf um Olympia: Der Fakten-Check
- „Wir waren Crash-Kids“: In den 90ern kriminell. Heute?
- Strategie-Wechsel im Block-Prozess: Für den Familienanwalt wird’s eng
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: St. Pauli sucht Irvine-Ersatz
- 28 Seiten Plan 7: Dick Brave steuert auf Hamburg zu! Plus: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar, hieß es in einer Mitteilung der venezolanischen Regierung. Ziel der USA sei es, sich die Bodenschätze – wie die großen Ölvorkommen – Venezuelas anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. „Das wird ihnen nicht gelingen“, hieß es in der Mitteilung. Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro wirft der US-Regierung schon länger vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen.

Das Pentagon verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur auf das Weiße Haus, das zunächst nicht reagierte.
Venezolanische Regierung ruft Ausnahmezustand aus
Die Regierung in Caracas hat einen landesweiten Ausnahmezustand ausgerufen. „Präsident Nicolás Maduro hat die Umsetzung des Dekrets unterzeichnet, das den Ausnahmezustand im gesamten Staatsgebiet ausruft“, heißt es in einer von dem venezolanischen Sender TeleSUR TV verbreiteten Erklärung der Regierung Venezuelas.
Unter dem Ausnahmezustand kann die Regierung Grundrechte weiter einschränken, die Streitkräfte und zivile Milizen aktivieren, die Kontrolle über Medien und die öffentliche Ordnung weiter verschärfen, sowie eine bewaffnete Verteidigung vorbereiten.
Zugleich rief die Regierung die Bevölkerung auf, sich zur Verteidigung gegen „die imperialistische Aggression“ zu erheben. „Das Volk Venezuelas und seine bolivarischen Streitkräfte stehen bereit, um die Souveränität und den Frieden zu sichern“, hieß es weiter.
Explosionen und Rauchsäulen über Caracas
In venezolanischen Medien und in sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Nahe dem Präsidentenpalast Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der venezolanischen Sicherheitskräfte zu sehen.

Der Präsident von Venezuelas Nachbarland Kolumbien, Gustavo Petro, schrieb auf X: „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle, Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen. Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten.“
USA haben massive Streitmacht vor Venezuela zusammengezogen
Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten Monaten eskaliert. Seit September hatte das US-Militär in der Karibik und im Pazifik mehrfach angeblich mit Drogen beladene Boote angegriffen. Dabei wurden nach US-Regierungsangaben mehr als 100 Menschen getötet.
Zuletzt hatten US-Streitkräfte Trump zufolge einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen. „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden“, sagte er.
Zudem bauten die US-Streitkräfte ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ – begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber – in die Region verlegt. Offiziell richtet sich der Einsatz „Südlicher Speer“ („Southern Spear“) gegen den Drogenschmuggel.
USA erkennen Maduro nicht als rechtmäßigen Staatschef an
Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland – und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.
Das könnte Sie auch interessieren: Abgezettelt! Hamburg hat so viele Parkraumzonen wie nie – und schickt Kamerawagen
Nach Maduros von Betrugsvorwürfen überschatteter Wiederwahl 2024 erkennt die Regierung in Washington den Linkspolitiker nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef an. Außerdem wirft sie ihm vor, selbst in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Für Informationen, die zu Maduros Festnahme führen, haben die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.
Weltgrößte Ölreserven in Venezuela
Maduro wiederum unterstellt den USA, es auf Venezuelas riesige Ölreserven abgesehen zu haben. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und fehlender Investitionen bleibt die Förderung allerdings weit hinter den Möglichkeiten zurück. (dpa/mp)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.