Péter Magyar wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne.

Orbáns konservativer Herausforderer Péter Magyar lag vor der Wahl am Sonntag mit seiner Partei Tisza in Umfragen vorn. Foto: picture alliance / NurPhoto | Marek Antoni Iwańczuk

Rekordbeteiligung bei Parlamentswahl in Ungarn – Vorteil für Orbán-Herausforderer?

Die Parlamentswahl in Ungarn könnte das Ende der Regierungszeit des amtierenden rechtsnationalistischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán herbeiführen. Eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale wurde ein neuer Rekord verzeichnet.

Die Parlamentswahl in Ungarn hat eine Rekordbeteiligung verzeichnet. Um 18.30 Uhr – eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale – wurde am Sonntag eine Beteiligungsquote von 77,8 Prozent ermittelt. Der bisherige Rekord war bei der Wahl 2002 mit einer Beteiligung von 70,5 Prozent erzielt worden.

Partei von Orbáns Herausforderer in Umfragen vorn

Die international viel beachtete Richtungswahl am Sonntag könnte das Ende der Regierungszeit des seit 16 Jahren in Ungarn amtierenden rechtsnationalistischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán herbeiführen. Die Partei Tisza seines konservativen Herausforderers Péter Magyar lag in den Umfragen vor dem Urnengang deutlich vor Orbáns Bündnis aus Fidesz und Christdemokraten (KDNP).


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Beobachter gingen davon aus, dass die hohe Wahlbeteiligung für Magyar von Vorteil sein dürfte. Eine nach Schließung der Wahllokale veröffentlichte Umfrage des in Budapest ansässigen Thinktanks 21 prognostizierte 55 Prozent für Tisza und 38 Prozent für Fidesz-KDNP. Die Umfrage wurde in den Tagen vor der Wahl erstellt.
Die Wahllokale schlossen um 19 Uhr, erste vorläufige Ergebnisse wurden gegen 20 Uhr erwartet. Bei einem knappen Ergebnis könnte die Auszählung allerdings bis zum kommenden Samstag dauern. Wahlberechtigt waren 7,5 Millionen Bürger in Ungarn und mehr als 500.000 Auslandswähler.

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Während sich Orbán seit Jahren auf Konfrontationskurs zur EU befindet und trotz des Ukraine-Krieges gute Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhält, hat Magyar angekündigt, einen pro-westlichen Kurs zu verfolgen und Ungarn zu einem verlässlichen NATO- und EU-Partner zu machen. (afp/mp)

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