Panorama

Nicht alle AfD-Wähler ticken gleich: Studie unterscheidet drei Lager – ein Thema eint sie 

AfD-Aufsteller mit „Jetzt AfD“ auf der Veranstaltung „Zukunft NRW- Zukunft AFD!“ in Düren.
Eine neue Studie zeigt, dass die AfD-Wählerschaft alles andere als homogen ist. Gemeinsam ist den drei identifizierten Gruppen vor allem ihre restriktive Haltung zur Migration (Symbolbild).

Neue Studie identifiziert drei unterschiedliche AfD-Wählertypen – nur bei der Migration herrscht weitgehend Einigkeit

Die AfD-Wähler gibt es gar nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Soziologin Prof. Dr. Céline Teney, Professorin für Makrosoziologie an der Freien Universität Berlin und Associated Researcher am Konstanzer Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“. Demnach verbergen sich hinter der Unterstützung der AfD drei unterschiedliche politische Orientierungsmuster. Zwar eint alle Gruppen eine restriktive Haltung zur Migration – bei autoritären Einstellungen, Antisemitismus und der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede.

Die mit Abstand größte Gruppe bilden laut der Untersuchung die „Konservativen Hardliner“. Rund 67 Prozent der AfD-Wähler zählen zu diesem Profil. Sie zeichnen sich vor allem durch eine ausgeprägte Ablehnung von Zuwanderung sowie starke Anpassungsforderungen an Minderheiten aus.

Laut Studie knapp ein Fünftel der AfD-Wähler radikal rechtsautoritär

Knapp 20 Prozent gehören zu den „Radikal-rechten Autoritären“. In dieser Gruppe sind autoritäre Führungspräferenzen und antisemitische Einstellungen besonders stark ausgeprägt. Die kleinste Gruppe bilden mit 13 Prozent die „Moderaten Konservativen“. Für sie spielen wirtschafts- und außenpolitische Erwägungen eine größere Rolle, gleichzeitig stimmen sie autoritären Führungsmodellen innerhalb der AfD-Wählerschaft am seltensten zu.

Frau im grünen gepunkteten Kleid mit bunter Halskette vor hellem Hintergrund.
Prof. Dr. Céline Teney hat die Studie zur AfD-Wählerschaft durchgeführt. Sie ist Professorin für Makrosoziologie an der Freien Universität Berlin und Associated Researcher am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz.

„Die Studie zeigt, dass sich hinter der Unterstützung der AfD unterschiedliche politische Orientierungsmuster verbergen. Das spricht dafür, die Wählerschaft nicht als homogene Gruppe zu betrachten“, sagt Studienautorin Céline Teney.

Ablehnung von Migration eint alle Lager 

Gemeinsam haben alle drei Gruppen vor allem ihre restriktive Haltung zur Migration. Gerade bei diesem Thema unterscheiden sich die Profile kaum. Deutlich größer fallen dagegen die Unterschiede bei autoritären und antisemitischen Einstellungen sowie bei der Frage aus, wie negativ die wirtschaftliche Lage Deutschlands bewertet wird.

Dabei zeigt die Untersuchung noch einen weiteren Befund: Nicht die persönliche wirtschaftliche Situation der Befragten ist demnach ausschlaggebend, sondern ihre Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage Deutschlands. Besonders pessimistisch fällt diese bei den „Radikal-rechten Autoritären“ aus.


Grundlage der Studie sind Daten der German Longitudinal Election Study (GLES) zur Bundestagswahl 2025 von 6414 Wahlberechtigten, darunter 858 AfD-Wähler. Die Autorin betont, dass sich aus den Ergebnissen keine Aussage ableiten lasse, ob demokratische Parteien AfD-Wähler durch eine noch restriktivere Migrationspolitik zurückgewinnen könnten – „ganz abgesehen von den ethischen Problemen, die mit einer derart strategisch ausgerichteten Migrationspolitik verbunden wären“, so Prof. Dr. Teney.


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