Stientje van Veldhoven, Ministerin für Klima und grünes Wachstum der Niederlande, spricht auf der ersten Internationalen Konferenz zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas.

Stientje van Veldhoven, Ministerin für Klima und grünes Wachstum der Niederlande, spricht auf der ersten Internationalen Konferenz zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Foto: Ivan Valencia/AP/dpa

Mehr als 50 Staaten treiben Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas voran

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Erderhitzung wollen Deutschland und mehr als 50 weitere Staaten den Ausstieg aus fossilen Energien wie Kohle und Öl vorantreiben. Bei einer internationalen Konferenz wurden Fortschritte betont – und zugleich große Hürden benannt.

„Gemeinsam sind wir stärker und können mehr erreichen – und genau daraus werden sich die Ergebnisse ergeben“, sagte die niederländische Klimaministerin Stientje van Veldhoven bei der von Kolumbien und den Niederlanden ausgerichteten internationalen Konferenz in Santa Marta. An dem Treffen in der kolumbianischen Küstenstadt nahmen 57 Länder teil, die zusammen rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung repräsentieren.

Ausstieg aus Kohle und Öl: Fokus auf Umsetzung

Ziel war es nicht, neue Klimaziele zu verhandeln, sondern die Umsetzung bestehender Zusagen voranzubringen. Im Mittelpunkt standen der Abbau wirtschaftlicher Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, der Umbau von Angebot und Nachfrage im Energiesektor sowie eine stärkere internationale Zusammenarbeit.

Deutschland wurde bei der Konferenz durch Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium vertreten. Er sollte nach Regierungsangaben die deutschen Erfahrungen mit dem Kohleausstieg einbringen.

Weltweite Bedeutung erneuerbarer Energien wächst stark

Ein zusammenfassender Bericht der Gastgeber hebt hervor, dass die weltweite Bedeutung erneuerbarer Energien stark wächst. Die Kapazität zur Stromerzeugung aus nachhaltigen Quellen lag demnach 2025 fast 50 Prozent höher als 2023.


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Trotz dieser Fortschritte sehen die Teilnehmer aber erhebliche strukturelle Hürden. Viele Volkswirtschaften seien weiterhin stark von fossilen Energien abhängig, zudem erschwerten drückende Schuldenberge und bestehende Finanzstrukturen den Umbau. Dabei unterstrichen geopolitische Spannungen wie im Nahen Osten, wie verwundbar die Energieversorgung dieser Staaten und wie wichtig ein Umstieg auf erneuerbare Quellen sei.

Konkrete Arbeitsformate vereinbart

Als Ergebnis des Treffens legten die Gastgeber mehrere Arbeitsbereiche fest, in denen Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen. Dabei geht es unter anderem um nationale Fahrpläne, Finanzierungsfragen und eine bessere Abstimmung zwischen Produzenten und Verbrauchern fossiler Energien. Zudem wurde ein wissenschaftliches Gremium vorgestellt, das Staaten bei der Planung der Energiewende unterstützen soll.

Konferenzteilnehmer und Organisationen wie die Fossil Fuel Treaty Initiative verwiesen indes darauf, dass ein verbindlicher internationaler Rahmen für den Ausstieg aus fossilen Energien bislang fehlt. Eine Folgekonferenz ist für 2027 geplant und soll vom pazifischen Inselstaat Tuvalu gemeinsam mit Irland ausgerichtet werden.

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Die Konferenz versteht sich als Ergänzung zu den UN-Klimaverhandlungen und als Reaktion auf schleppende Fortschritte bei globalen Vereinbarungen zum Ausstieg aus fossilen Energien. Kohle, Öl und Gas sind für den Großteil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und gelten als Haupttreiber der Klimakrise. (dpa)

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