Dachdecker bei der Arbeit (Symbolbild).

Dachdecker bei der Arbeit (Symbolbild). Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

„Leer und ausgebrannt“: Mehr als die Hälfte wollen kürzere Arbeitszeiten

Mehr als jeder zweite Beschäftigte in Deutschland wünscht sich eine kürzere Arbeitszeit. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Umfragezentrums Bonn im Auftrag des DGB. Insgesamt wollen 53 Prozent weniger arbeiten, bei Männern mit Kind sind es sogar 63 Prozent.

Laut Umfrage arbeiten Männer im Schnitt 37,1 Stunden pro Woche, Frauen 30,8 Stunden. Zugleich übernehmen Frauen häufiger Sorgearbeit: 42 Prozent sind in Betreuung und Erziehung eingebunden, bei Männern sind es 36 Prozent.

Arbeitszeit: DGB kritisiert geplante Flexibilisierung

Viele Beschäftigte fühlen sich stark belastet. Auf die Frage, wie oft sie sich nach der Arbeit „leer und ausgebrannt“ fühlen, antworteten 29 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen mit „oft“ oder „sehr oft“. Besonders betroffen seien Alleinerziehende und Frauen, die Angehörige pflegen.


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DGB-Vizechefin Elke Hannack kritisiert die geplante Flexibilisierung der Arbeitszeit. Die Debatte gehe „an der Lebenswirklichkeit von Familien komplett vorbei“. Statt längerer Arbeitstage brauche es mehr Mitbestimmung, planbare Zeiten und kürzere Arbeitszeiten.

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Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatte für Juni einen Gesetzentwurf angekündigt. Die Koalition will künftig statt einer täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ermöglichen. Gewerkschaften und Arbeitgeber sollen dazu mit den Koalitionsspitzen im Kanzleramt beraten. Bis zur Sommerpause soll ein Reformpaket bei Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau stehen. (dpa/mp)

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