CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.
  • CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.
  • Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Heftiger Patzer! CDU sorgt mit neuem Wahlspot für Empörung

Heftiger Spot-Patzer kurz vor der Bundestagswahl: Während Deutschland geschockt ist von dem Mord an einem Tankstellen-Mitarbeiter in Idar-Oberstein durch einen Anhänger der „Querdenker “-Bewegung, wirbt die CDU ebenfalls mit einem Maskenverweigerer – der offenbar auch noch einen rechten Hintergrund hat.

In dem neuen 14 Sekunden langen Spot der CDU ist eine Szene von einem Wahlkampf-Auftritt von Laschet Anfang September in Erfurt zu sehen. Der sich selbst als „Querdenker“ betitelnde Thomas Brauner sprang dort damals einfach auf die Bühne – ohne Mundschutz und ohne dass die Sicherheitsleute ihn aufhielten.

CDU-Wahlwerbespot: „Querdenker“ ist bei Laschet-Auftritt zu sehen

Brauner, ein Anhänger der in Teilen vom Verfassungsschutz beobachteten „Querdenker“-Bewegung, beklagte sich damals über Corona-Maßnahmen. Im Wahlwerbespot ist diese Szene mit der Aussage unterlegt, die CDU stehe dafür, auch mit denen zu reden, „die eine kritische Haltung haben“ – „gerade mit denen“. Eine ähnliche Szene findet sich zwar auch in einem früheren CDU-Wahlwerbespot. Dort werden allerdings die gleichen Sätze über Bilder von Umwelt- und Klimaaktivisten gesprochen.

Thomas Brauner vergleich Corona-Maßnahmen mit Vernichtungspolitik

In der „Querdenker“-Szene wurde Thomas Brauner, ein ehemaliger Busfahrer aus Thüringen, durch eine Aktion im September 2020 bekannt. Damals hatte er Kinder im Schulbus aufgefordert, ihre Masken abzunehmen. Auf seinem Kanal im Messengerdienst Telegram zeigt er sich neben einem als „Volkslehrer“ bekannt gewordenen Rechtsextremisten und vergleicht die Corona-Maßnahmen mit der Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus. Erst vor wenigen Tagen teilte er einen Aufruf, in der Region Stuttgart einen Impfbus zu „verjagen“.

In der CDU heißt es, bei den Mitgliedern komme das Video sehr gut an. Die Szene mit dem „Querdenker“ sei aus dem Wahlkampf in Erinnerung geblieben. Sie zeige, dass Laschet keinem Konflikt aus dem Wege gehe. Eine andere Meinungen bei anderen Parteien: Nach der Veröffentlichung des CDU-Wahlwerbespots zeigten sich mehrere Nicht-CDU-Politiker:innen empört.

Massive Kritik an CDU-Spot mit Querdenker

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen kritisiert den Auftritt des Querdenkers im CDU-Spot scharf: „Dieses Video ist ein Hohn für alle, die mit Solidarität und Engagement gegen das Virus kämpfen.“ „Fassungslos“ zeigt sich auch „Tagesspiegel“-Redakteur und Buchautor Matthias Meisner auf Twitter.

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Der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, zeigte sich entsetzt, dass die CDU „nach dem fürchterlichen Terror-Mord von Idar-Oberstein“ an dem Werbespot festhalte. Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), kritisierte in einem Tweet, die CDU biedere sich bei den „Querdenkern“ an und fische am rechten Rand. (alp/dpa)

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