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Das große MOPO-Wahlinterview: So ticken Hamburgs Spitzenkandidaten

Hamburgs Spitzenkandidaten
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dpa/ MOPO-Montage

Sechs Politiker, sechs Fragen. Die MOPO bat die Top-Platzierten der Landeslisten von SPD, CDU, Grüne, FDP, Linke und AfD zum Wahl-Interview – und erhielt ernste und humorvolle Antworten. 

Marcus Weinberg (50, CDU)

Marcus Weinberg CDU

Marcus Weinberg von der CDU

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dpa

Was werden Sie an Hamburg besonders vermissen?
Alster, Elbe, morgens die MOPO, St. Pauli, na gut: auch den HSV, Regen, auch mal Sonne, Dom, Alstervergnügen, Labskaus, Reeperbahn, aber keine Verkehrsstaus!

Was ist Ihr großes, politisches Vorbild? 
Der leider verstorbene Heiner Geißler. Seine inhaltlich progressive Positionierung, seine Geradlinigkeit, sein besonderer Humor waren mir ein Vorbild. Und natürlich Helmut Schmidt.  

Was ist das drängendste Problem aus Hamburger Sicht? 
Hamburg als Tor zur Welt braucht die Unterstützung des Bundes bei Industriepolitik, Infrastruktur, Forschung, maritimer Wirtschaft.

Wenn Sie nicht Politik-Profi geworden wären, was wären Sie dann geworden? 
Ich bin kein Politik-Profi! Ich bin mit Zeitvertrag Volksvertreter. Die frühere Tätigkeit als Lehrer war schön. Als Kapitän des FC Bundestags denke ich an den Job des Fußballtrainers beim HSV… 

Merkel oder Schulz — wer ist warum der bessere Kanzler?
Angela Merkel! No compromise! 

Was nervt Sie an der aktuellen Berliner Politik? 
Falsche Eitelkeiten und ein wenig die Bodenhaftung. Ganz besonders stört mich die verdrehte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit als „abgehoben“, „anmaßend“ oder „arrogant“. Überraschung: Wir sind auch nur Menschen…

Anja Hajduk (54, Grüne)

Anja Hajduk

Anja Hajduk von  den Grünen

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Was werden Sie an Hamburg besonders vermissen? 
Hamburg bleibt mein Lebensmittelpunkt. Dank der tollen Zugverbindung nach Berlin ist das gar nicht so schwierig. 

Was ist Ihr großes, politisches Vorbild? 
Al Gore, der sich trotz schmerzlicher politischer Rückschläge nicht abbringen lässt, für die Rettung der Erde zu kämpfen. 

Was ist das drängendste Problem aus Hamburger Sicht? 
Mich treibt es an, unsere Klimaschutzziele mit unserer Art zu wirtschaften in Einklang zu bringen. 

Wenn Sie nicht Politik-Profi geworden wären, was wären Sie dann geworden?  
Ich bin ja Psychologin, aber auch der Job als Radiomoderatorin hätte mir gefallen.  

Merkel oder Schulz — wer ist warum der bessere Kanzler? 
Richtig gute Politik schaffen beide nur mit den Grünen. 

Was nervt Sie an der aktuellen Berliner Politik? 
Es geht nicht um nervig oder nicht, aber wir müssen mit Sicherheit langfristiger denken – über Legislaturperioden und den eigenen geografischen Tellerrand hinaus. 

Aydan Özoguz (50, SPD)

Aydan Özoguz

Aydan Özoguz von der SPD

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Was werden Sie an Hamburg besonders vermissen? 
Warum vermissen? Wenn ich wieder gewählt werde, bleibe ich Hamburgerin und lebe – trotz vieler Pendeleien  – im Wahlkreis Wandsbek.

Was ist Ihr großes, politisches Vorbild? 
Ich bewundere Nelson Mandela und die Bodenständigkeit Helmut Schmidts. 

Was ist das drängendste Problem aus Hamburger Sicht? 
Investitionen und Anstrengungen des Bundes für bezahlbaren Wohnraum, Kampf gegen Alters- und Familienarmut.

Wenn Sie nicht Politik-Profi geworden wären, was wären Sie dann geworden?  
Bevor ich 2009 in den Bundestag einzog, war ich 15 Jahre Mitarbeiterin der Körber-Stiftung. Da bin ich auch heute noch im Personaltableau, wenn auch freigestellt.

Merkel oder Schulz — wer ist warum der bessere Kanzler? 
Schulz! Weil er für ein gerechteres Deutschland kämpft, die drängenden Herausforderungen anpackt und nicht nur den Status quo verwalten will.

Was nervt Sie an der aktuellen Berliner Politik? 
Die andauernde Blockade der Union in vielen frauenpolitischen Themen. Ein echtes Entgeltgleichheitsgesetz, ein besseres Familienarbeitszeitmodell, das Rückkehrrecht in Vollzeit nach einer Babypause waren mit Frau Merkel nicht zu machen.

Bernd Baumann (59, AfD)

Bernd Baumann AfD

Bernd Baumann von der AfD

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Was werden Sie an Hamburg besonders vermissen? 
Nicht das Regenwetter. Dafür Hafen, Alster und die zurückhaltende Art der Hamburger.

Was ist Ihr großes, politisches Vorbild? 
Ich fand viele Politiker gut, aber ein politisches Vorbild habe ich nicht.

Was ist das drängendste Problem aus Hamburger Sicht? 
Für mich sind das Flüchtlingskrise, Innere Sicherheit vor dem Hintergrund der G20-Linksextremisten und Islamisten, die Elbvertiefung und das Schicksal der HSH-Nordbank. 

Wenn Sie nicht Politik-Profi geworden wären, was wären Sie dann geworden?  
Vor meiner beruflichen Karriere wollte ich an der Universität tätig bleiben. Wahrscheinlich wäre ich jetzt VWL-Professor.

Merkel oder Schulz — wer ist warum der bessere Kanzler? 
Keiner von beiden. Die politische Entwicklung wird zeigen, dass beide spätestens 2021 der Geschichte angehören.   

Was nervt Sie an der aktuellen Berliner Politik? 
Deutschland befindet sich in der Merkelschen Demokratie-Falle: Keine wirkliche Opposition. Es wurden Entscheidungen getroffen, die zum Nachteil Deutschlands sind. Diese müssen korrigiert werden.

Katja Suding (41, FDP) 

Katja Suding FDP

Katja Suding von der FDP

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Was werden Sie an Hamburg besonders vermissen? 
Als Bundestagsabgeordnete werde ich weiter genug Zeit in Hamburg verbringen, muss nichts vermissen.

Was ist Ihr großes, politisches Vorbild? 
Es gibt manchen Liberalen, an dem man sich orientieren kann, aber ich gehe meinen eigenen Weg.

Was ist das drängendste Problem aus Hamburger Sicht? 
Wir müssen endlich die Bildungschancen unserer Kinder vom Einfluss des Elternhaus unabhängig machen. Dazu brauchen wir mehr Geld vom Bund für die Bildungspolitik. Und wir müssen endlich die großen Chancen der Digitalisierung in Bildung, Verkehr, Gesundheit, Verwaltung nutzen.

Wenn Sie nicht Politik-Profi geworden wären, was wären Sie dann geworden?  
Ich liebe meinen Job, den ich vor meiner Abgeordnetentätigkeit ausgeübt habe: Kommunikationsberaterin.

Merkel oder Schulz — wer ist warum der bessere Kanzler? 
Merkel. Ihr fehlt zwar der Mut, die Herausforderungen in Deutschland beherzt anzugehen. Schulz will die Rolle rückwärts, das ist schlimmer.

Was nervt Sie an der aktuellen Berliner Politik? 
Dass es keine echte Opposition gibt.

Fabio De Masi (37, Linke)

Fabio De Masi Linke

Fabio De Masi von der Linken

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Was werden Sie an Hamburg besonders vermissen? 
Die Schiffshörner. Schon Hans Albers hat sich die mit den Schreien der Möwen auf Tonband angehört. Da ich die vergangenen drei Jahre zumeist in Brüssel und Straßburg war, werde ich nun sogar mehr Zeit in Hamburg haben.

Was ist Ihr großes, politisches Vorbild? 
Bernie Sanders. Der alte Knochen hätte den Clown Donald Trump versenkt. Er kämpft für die kleinen Leute und die Mittelschicht, lässt sich nicht von der Wall Street schmieren.

Was ist das drängendste Problem aus Hamburger Sicht? 
Wucher-Mieten, fehlende Investitionen in Bildung unserer Kinder und die Zukunft des Hafens bei schrumpfendem Wachstum des Welthandels.

Wenn Sie nicht Politik-Profi geworden wären, was wären Sie dann geworden?  
Rockstar. Im Ernst: Ich hatte auch ein Leben vor der Politik. Da war ich Ökonom und hoffentlich ein netter Typ. Mein Jugendtraum war ein Regiestudium. Hollywood hat bessere Schauspieler als die Politik. 

Merkel oder Schulz — wer ist warum der bessere Kanzler? 
Wagenknecht. Weil sie den Mut hat, sich mit Banken und Konzernen anzulegen, die dem Kanzleramt die Politik diktieren.

Was nervt Sie an der aktuellen Berliner Politik? 
Diese Bestattungsunternehmer der Demokratie. Wie beim Kanzlerduell. Willy Brandt gegen Franz Josef Strauß. Da ging’s noch um was.

  1. So ticken Hamburgs Spitzenkandidaten
  2. Marcus Weinberg (50, CDU)
  3. Anja Hajduk (54, Grüne)
  4. Aydan Özoguz (50, SPD)
  5. Bernd Baumann (59, AfD)
  6. Katja Suding (41, FDP) 
  7. Fabio De Masi (37, Linke)
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