Politik & Wirtschaft

34 Jahre jung: Diese Frau druckt für Trump das Internet aus

White-House-Mitarbeiterin Natalie Harp steigt in Maryland von der Air Force One die Gangway hinab.
Assistentin Natalie Harp steigt auf der Joint Base Andrews aus der Air Force One.

Als Trumps „menschlicher Drucker“ versorgt Natalie Harp den US-Präsidenten mit Informationen – und Schmeicheleien. Nun könnte sie vor dem nächsten Karrieresprung stehen.

Sie ist der Schatten von Donald Trump: Die 34-jährige Assistentin Natalie Harp gilt im Weißen Haus längst als Schlüsselfigur.

In Trumps Umfeld nennt man sie auch „der menschliche Drucker“, denn ihre Aufgabe ist es, mit Laptop und mobilem Drucker bewaffnet durch die Flure zu eilen, um dem Präsidenten Wohlfühl-Nachrichten auf Papier zu servieren.

Das ist über Harps Herkunft bekannt

Wie das „Wall Street Journal“ enthüllte, soll die ehemalige TV-Moderatorin auch hinter etlichen von Trumps nächtlichen Wut-Posts auf Truth Social stecken – darunter rassistische Memes über Barack und Michelle Obama sowie ein KI-Bild, das Trump als Jesus zeigt. Nun gilt sie als eine mögliche Nachfolgerin für die scheidende Karoline Leavitt. Aber wer ist Harp, und wie kam sie zu ihrem Posten?

Die 1991 in Kalifornien geborene Natalie Joy Harp wuchs in einem christlich-konservativen Milieu auf und studierte an der Point Loma Nazarene University sowie der evangelikalen Liberty University. Später arbeitete Harp als Nachrichtensprecherin des rechtsextremen Senders „One America News Network“.

Wie alles seinen Anfang nahm

Ihr Aufstieg in Trumps Gefolge begann mit einer sehr persönlichen Geschichte: Nach einer Knochenkrebsdiagnose behauptete Harp öffentlich, sie verdanke ihr Überleben Trumps „Right-to-Try“-Gesetz, das unheilbar Kranken den Zugang zu experimentellen, noch nicht zugelassenen Arzneien aus der ersten Testphase erleichtert. Auf dem Parteitag der Republikaner 2020 feierte sie Trump schließlich als ihren Lebensretter.

Wie viel tatsächlich an der Geschichte dran ist, bleibt unklar: Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf Gesundheitsexperten berichtete, ist ein Zusammenhang zwischen dem Gesetz und ihrer Heilung aus medizinischer Sicht äußerst unwahrscheinlich. Dennoch wich Harp nie von ihrer Version ab und hält Trump bis heute eisern die Treue.

Harp hinterlässt Trump persönliche Nachrichten: Das steht drin

Ihre Macht verdankt Harp ihrer absoluten Ergebenheit gegenüber dem Präsidenten. Wie die Journalisten Maggie Haberman und Jonathan Swan in ihrem Buch „Regime Change“ berichten, soll Harp dem Präsidenten sogar schwärmerische Zettel in seinen privaten Räumen hinterlassen haben. Eine Nachricht lautete: „Du bist alles, was für mich zählt.“ Trump wiederum soll Mitarbeitern gesagt haben: Ihr werdet alle irgendwann gehen und Geld verdienen. „Sie wird mich nie verlassen.“

Natalie Harp steht im prunkvoll eingerichteten Oval Office, während links ein Mann neben einem Tisch steht.
Die Assistentin von US-Präsident Donald Trump steht im Oval Office des Weißen Hauses in Washington.

In Trumps Umfeld sorgt die Nähe der Assistentin zu ihm allerdings zunehmend für Frust. Auch Stabschefin Susie Wiles zeigte sich laut Haberman und Swan von den schwärmerischen Aktionen zutiefst irritiert. Zudem hat es auch Gerüchte gegeben, wonach Harp ihre Finger bei Leavitts Abgang im Spiel gehabt haben soll. Das Weiße Haus wies diese jedoch entschieden zurück.

Trump im Catering-Wagen statt in der Air Force One? Das steckt dahinter

Hintergrund war das ominöse Täuschungsmanöver beim NATO-Gipfel in der Türkei. Wegen einer Bedrohung durch den Iran ließ der Secret Service Trump in Ankara heimlich das Flugzeug wechseln – Harp stieg mit ihm um, während Leavitt an Bord der Air Force One zurückgeblieben sein soll. Laut Regierungsangaben war die Regierungssprecherin bei der Türkeireise jedoch gar nicht erst anwesend.

Aber ob Leavitt nun dabei war oder nicht: „Natalie Harp ist so etwas wie sein Schnuller, um es mal so auszudrücken – seine Kuscheldecke“, sagte Haberman bei ihrem Auftritt mit Moderator Jacob Soboroff. (Dieser Text erschien zuerst auf SHZ.de)

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