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„Reisewarnung“ für Usedom: Wird der AfD-Erfolg die Urlauber vergraulen?

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Für die Insel Usedom gibt es eine „Reisewarnung“ im Netz.

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imago/Jens Koehler

Schwerin -

Das Internet spottet, aber Ökonomen sind tatsächlich besorgt: Kann der Erfolg der Rechtspopulisten der AfD bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern der Region schaden? Besonders auf Usedom ist der Fall besorgniserregend.

Im Netz machen bereits satirische „Reisewarnungen“ die Runde: Die Auswertung der Zweitstimmen für AfD und NPD zeigt, dass sie in zwei Gemeinden auf der Insel Usedom zusammen sogar auf über 50 Prozent der Stimmen kommen.

Die Furcht um den Tourismus an der Ostseeküste ist also berechtigt, denn der Rest des Landes wählt meist nicht so deutlich rechts und sieht die Entwicklungen sehr kritisch.

„Es wird eine wichtige Aufgabe für uns Touristiker sein, Imageschaden von der Insel, unserer Region und für das ganze Land Mecklenburg-Vorpommern abzuwenden“, sagte Usedoms Tourismuschefin Beate-Carola Johannsen dem „Tagesspiegel“.

Das Bundesland ist dabei auf zahlungswillige Urlauber angewiesen, wie die Statistiken zeigen: Rund zehn Prozent des Einkommens fließen durch den Tourismus, das entspricht 5,1 Milliarden Euro im Jahr. 173.000 Menschen leben demnach vom Tourismus, wie eine Analyse der Stiftung für Zukunftsfragen zeigt. Der Nordosten hat die höchste Tourismusintensität innerhalb des Bundes.

Experten des Instituts für Wirtschaftsforschung wie auch des Ifo-Instituts sehen weitreichende Folgen des Rechtsrucks, denn die Gegend benötigt auch wirtschaftlich kräftige Firmen, die sich dort niederlassen. Der schlechte Ruf ist dem nicht gerade zuträglich.

Dabei wird für den Erfolg der AfD gerne die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) herangezogen. Aber der Bürgermeister der Usedom-Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, Lars Petersen (CDU), bezeugt, dass für die Insel selbst das Thema Flüchtlinge völlig irrelevant sei.

„Warum jemand, der vom Tourismus lebt, die AfD wählt, kann ich beim besten Willen nicht begreifen“, sagte er dem „Tagesspiegel“.