Ein entgleister Zug liegt neben den Gleisen

Noch immer laufen die Bergungsarbeiten, nachdem am 18. Januar zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Manu Fernandez

Zugunglück in Spanien: Alle Verletzten außer Lebensgefahr

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Eines der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte Spaniens stürzt das Land in tiefe Trauer. Die Identifizierung der Opfer läuft auf Hochtouren. Unter ihnen sollen auch Deutsche sein.

Nach dem schweren Zugunglück in Spanien läuft die Identifizierung der zahlreichen Todesopfer auf Hochtouren. „Wir rechnen mit baldigen Ergebnissen“, sagte der Leiter der zuständigen Abteilung der Polizeieinheit Guardia Civil, Juan Serrano, im Interview des Radiosenders RNE. Auch Deutsche sollen unter den Opfern sein. 

40 Tote bei Zugunglück in Spanien – Zahl könnte steigen

Mindestens 40 Menschen kamen am Sonntagabend bei der Entgleisung von zwei entgegen fahrenden Hochgeschwindigkeitszügen bei Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba ums Leben. Die Behörden befürchten allerdings, dass die Opferzahl noch steigen könnte.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es auf Anfrage: „Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben.“ Man stehe mit den Behörden im engen Austausch, um Aufklärung zu betreiben.

Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, als er mit einem Hochgeschwindigkeitszug kollidierte. -/Guardia Civil via AP/dpa
Der Iryo-Zug
Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, als er mit einem Hochgeschwindigkeitszug kollidierte.

Bei der Identifizierung könnten Informationen nützlich sein, die Angehörige von Vermissten beisteuern können, sagte Serrano. Dazu zählte er Fotos, Ausweisdokumente, Angaben zu Tätowierungen oder zahnärztliche Röntgenaufnahmen. Laut Medienberichten waren am Abend fünf Tote identifiziert. Weitere Informationen dazu wurden zunächst allerdings nicht bekannt.

Bei dem Unfall gab es mehr als 170 Verletzte. Zuletzt wurden 39 noch in Krankenhäusern behandelt, wie der Notdienst Andalusiens in der jüngsten Bilanz mitteilte. Zwölf von ihnen lagen demnach am Montagabend auf der Intensivstation. Alle seien aber inzwischen außer Lebensgefahr, wurde betont.

Bei 200 km/h: Zug entgleist und kracht in anderen Zug

Die Tragödie ereignete sich am Sonntag gegen 19.40 Uhr. Die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszugs der italienischen Gesellschaft Trenitalia entgleisten bei einem Tempo von mehr als 200 Kilometern pro Stunde aus noch unbekannter Ursache und gerieten ins benachbarte Gleis, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte.

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Just zu diesem Zeitpunkt passierte dort ein Hochgeschwindigkeitszug von Renfe. Er krachte frontal in die entgleisten Waggons und wurde aus den Schienen geworfen. Teile des Zuges, dessen Lokführer starb, stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinab. Insgesamt waren mehr als 500 Passagiere an Bord beider Züge.

Andalusiens Regierungschef Juanma Moreno hatte mehrfach betont, man könne nicht ausschließen, dass in den „Trümmerhaufen aus Metall“ weitere Leichen liegen. Die Bergung der abgestürzten und völlig zerstörten Waggons gestalte sich sehr schwierig. Am Montagabend zeigte er sich aber etwas optimistischer und verwies auf die Übereinstimmung zwischen den 40 bestätigten Todesopfern und den 40 eingegangenen Vermisstenanzeigen. Das lasse hoffen und wünschen, dass es keine weiteren Todesopfer gebe.

Unter den Todesopfern sind Medienberichten nach fünf Mitglieder einer Familie aus Punta Umbría im Süden des Landes: Der Vater, die Mutter, der Sohn, eine Tochter und ein Neffe. Nur die sechsjährige Tochter des Paares habe überlebt, hieß es.

Der Einsatz der Rettungskräfte bei dem Zugunglück gestaltete sich schwierig: Das Gebiet ist schwer zugänglich und das Ausmaß der Zerstörung war groß. -/Guardia Civil via AP/dpa
Herausfordernder Einsatz für die Rettungskräfte
Der Einsatz der Rettungskräfte gestaltete sich schwierig: Das Gebiet ist schwer zugänglich und das Ausmaß der Zerstörung war groß.

Unterdessen rätselten Behörden und Experten über die möglichen Ursachen der Katastrophe, deren Klärung voraussichtlich Wochen und Monate in Anspruch nehmen werde. Menschliches Versagen schloss Renfe aus.

Ursache des Zugunglücks in Spanien bislang unklar

Bei den Ermittlungen zu dem Zugunglück wurden zwar Hinweise auf einen „Bruch oder eine Veränderung der Schiene“ gefunden. Verkehrsminister Óscar Puente wies aber alle Spekulationen zurück und betonte, man müsse noch herausfinden, ob der Schaden überhaupt Ursache oder Folge der Entgleisung sei. „Alle Hypothesen sind offen“, betonte er am Montagabend im Fernsehen.

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Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien werde aller Voraussicht nach bis zum 2. Februar unterbrochen bleiben, sagte Minister Puente. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez rief von Dienstag bis Donnerstag eine dreitägige Staatstrauer aus. (dpa/mp)

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