Das eingestürzte Haus in Görlitz.

Das eingestürzte Haus in Görlitz. Foto: picture alliance / AAPimages/Wehnert | AAPimages/Wehnert

Wettrennen gegen die Zeit: Noch immer drei Menschen vermisst

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72 Stunden: So lange können Menschen nach Experteneinschätzung unter Trümmern überleben. In den Leitungen unter dem eingestürzten Haus in Görlitz ist nach dem Unglück noch Gas. In der Nacht wird es abgefackelt. Nach weiteren Maßnahmen geht die Suche nach den Vermissten weiter.

Auch in der zweiten Nacht nach dem dramatischen Hauseinsturz im sächsischen Görlitz fehlt von drei Vermissten jede Spur. Bei der Suche nach zwei Frauen und einem Mann wurden bislang keine Lebenszeichen registriert – und die Zeit wird immer knapper: Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass Verschüttete bis zu 72 Stunden unter solchen Trümmern überleben könnten. 

Görlitz: Gasleitungen mussten geleert werden – Explosionsgefahr

Rettungskräfte haben am frühen Morgen die Suche wieder aufgenommen. Seit sechs Uhr laufen die Arbeiten wieder auf Hochtouren, wie ein Polizeisprecher einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur vor Ort sagte. Zuvor musste laut Polizei eine Seitenwand zum rechten Nachbarhaus gestützt werden. Durch die Maßnahme sollen die Helfer bei ihrer Arbeit geschützt werden.

Auch die Gasleitungen rund um das Gebäude wurden vollständig geleert. Die Polizeisprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Explosionsgefahr sei dadurch kleiner und die Arbeiten weniger gefährlich geworden. 

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Außerdem kämen die Helfer besser von vorn – also von der Straßenseite – an die Unglücksstelle heran. Trotz der geleerten Gasleitungen könne es jedoch noch Hohlräume mit Gas geben, berichtete die Polizeisprecherin. Zuvor hatten die Stadtwerke das Gas rund um die Unglücksstelle vorsorglich abgestellt.

Das Haus war am Montagabend aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. In ihm befinden sich Miet- und Ferienwohnungen. Vermisst wurden zunächst fünf Menschen, von denen zwei aber schon einige Stunden nach dem Unglück auftauchten. Die beiden Feriengäste hatten sich noch auf der Anreise befunden.

Wettlauf gegen die Zeit

Bis zuletzt galten jedoch noch drei Menschen als vermisst. Bei ihnen handelt es sich um zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren und einen 48 Jahre alten Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufgehalten hatte. 

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Bei der Suche nach ihnen wurden auch spezielle Spürhunde eingesetzt. „Die Hunde schlagen bei Lebenszeichen an, was sie gestern auch gemacht haben“, erläuterte der Einsatzleiter der Feuerwehr Görlitz, Remo Kölzsch. 

In der Nacht nach dem Einsturz und auch am Tag danach schlugen die Tiere sogar mehrfach an. Dies lasse jedoch keine Rückschlüsse auf den Zustand der Vermissten zu, erklärte Weigel. Weil eine Explosion angenommen wird, müsse immer auch davon ausgegangen werden, dass einzelne Körperteile gefunden werden. 

Ursache für Unglück noch unklar

Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten von Sachsen ist noch unklar. Es steht aber im Raum, dass es eine Gasexplosion gegeben hat. 

Nach der Abstellung des Gases hatte die Stadtverwaltung mit dem Neisse-Bad Görlitz für die Betroffenen Dusch- und Wärmemöglichkeiten eingerichtet. „Die Abschaltung hat zur Folge, dass weder warmes Wasser noch Heizwärme zur Verfügung stehen. Eine Ersatzversorgung ist leider nicht möglich“, hieß es. (dpa/mp)

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