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Die Preise für Diesel und Benzin könnten noch einmal massiv ansteigen (Symbolbild). Foto: picture alliance / Caro | Bastian

Folge des Iran-Kriegs: „Dann kostet der Liter Diesel 2,80 Euro”

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Je länger der Iran-Krieg andauert, desto verheerender werden die Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft. Torsten Schmidt, Konjunkturchef am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, hält Preise von 2,80 Euro für einen Liter Diesel für ein mögliches Szenario.

„Für den Fall eines länger anhaltenden Kriegs gehen wir von einem Anstieg des Ölpreises auf 140 Dollar pro Barrel aus – grob ein Viertel mehr als das Niveau, das wir zuletzt gesehen haben“, sagt Schmidt im Gespräch mit der „Zeit“. Das würde sich auch an der Tankstelle deutlich bemerkbar machen.

Bei Ausbruch des Kriegs sei der Dieselpreis zunächst im gleichen Maße gestiegen wie der Rohölpreis, der Preis für Benzin etwa halb so stark. „Bei einem erneuten kräftigen Anstieg wäre mit einem ähnlichen Effekt zu rechnen. Das hieße dann 2,80 Euro für einen Liter Diesel und 2,30 Euro für Benzin“, so Schmidt weiter.

Wegen Iran-Kriegs: Wirtschaft deutlich geschwächt

Auf die Frage danach, ab welchem Kipppunkt es mit der Energiekrise kritisch werde, sagt Schmidt, dass er sich Stand jetzt schwer bestimmen lasse. Kurzfristige Engpässe könnten hiesige Unternehmen noch „ganz gut abpuffern“, etwa mit Lagerbeständen. Dasselbe gelte für hohe Energiepreise. „Aber je länger der Krieg andauert, desto mehr frisst sich der Preisschock durch die Lieferketten. Zu der Schwäche des Konsums dürften dann auch die Exporte zusätzlich belastet werden“, sagte Schmidt.

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Torsten Schmidt, Konjunkturchef am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), erstellt gemeinsam mit weiteren Kollegen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zweimal pro Jahr die Gemeinschaftsdiagnose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Für das laufende Jahr rechnen sie wegen des Iran-Kriegs nur noch mit 0,6 Prozent Wachstum statt wie zuvor mit 1,3 Prozent. (mp)

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