Bundesagenten setzten nach dem tödlichen Schuss auf einen Mann Reizgas ein.

Bundesagenten setzten nach dem tödlichen Schuss auf einen Mann Reizgas ein. Foto: picture alliance / Anadolu | Madison Thorn

Was wir über die Schüsse in Minneapolis wissen – und was nicht

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Wieder fallen in Minneapolis Schüsse bei einem Einsatz von Bundesagenten. Ein Mann wurde getötet. Bund und örtliche Behörden widersprechen sich in manchen Details.

Bereits Anfang Januar starb eine Frau in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota nach Schüssen eines Agenten der Einwanderungsbehörde ICE. Nun stirbt erneut ein Mann – wieder nach Schüssen bei einem Einsatz von ICE. Vieles ist noch unklar. Ein Überblick:

Was wir wissen

  • Das Geschehen: In Minneapolis wurde am Samstagvormittag (Ortszeit) eine Person nach Schüssen durch einen ICE-Agenten für tot erklärt, wie das US-Heimatschutzministerium mitteilte.
  • Die Waffe: Das Heimatschutzministerium teilte mit, die getötete Person sei bewaffnet gewesen. Die Behörde veröffentlichte das Foto einer Pistole. US-Präsident Donald Trump betonte, die Waffe sei geladen gewesen. Nach Angaben des Polizeichefs von Minneapolis war der Getötete berechtigt, eine Waffe zu tragen.

Was wir nicht wissen

  • Todeszeitpunkt: Es ist unklar, ob Pretti am Einsatzort oder erst im Krankenhaus starb. Laut Heimatschutzministerium wurde der Mann vor Ort für tot erklärt, der Polizeichef sprach hingegen davon, dass er erst im Krankenhaus für tot erklärt wurde. Polizisten der Stadt hätten den Mann mit mehreren Schussverletzungen vorgefunden. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden.
  • Der Ablauf: Viele Details sind laut den Behörden noch unklar. Etwa, in welcher konkreten Situation der Schusswaffeneinsatz erfolgte und ob beziehungsweise wie die angebliche Bewaffnung des Mannes zum Einsatzablauf beitrug. Das US-Heimatschutzministerium stellt den Fall so dar, dass die Einsatzkraft geschossen habe, um sich selbst zu verteidigen. Ministerin Kristi Noem sagt, der Mann habe die Sicherheitskräfte angegriffen. Trumps einflussreicher Vizestabschef Stephen Miller sprach von einem „inländischen Terroristen“. Prettis Eltern erklärten, ihr Sohn habe keine Waffe in der Hand gehalten. Er habe versucht, eine von den Sicherheitskräften zu Boden gebrachte Frau zu schützen und sei mit Pfefferspray besprüht worden, bevor die Schüsse fielen.
  • Der Hintergrund: Es ist unklar, warum sich der Mann am Tatort aufhielt. Das Heimatschutzministerium teilte mit, dass sich der Einsatz gegen einen Ausländer gerichtet habe, der sich illegal in den USA aufgehalten habe und wegen eines gewaltsamen Übergriffs gesucht worden sei. Ob der Getötete in einer Verbindung zu dem Ausländer steht oder welche Rolle er in dem Geschehen vor den Schüssen spielte, ist unklar. (dpa)

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