Vorwürfe gegen Christian Ulmen: Verstörende Details über unveröffentlichte Serie
Es geht um Sex, um Erniedrigung, um einen Mann, der unter Fake-Profilen pornografische Bilder seiner Partnerin in Chatgruppen mit anderen Männern teilt: Christian Ulmens Serie „The Au Pair“ sollte, ähnlich wie sein Erfolg „Jerks“, an Schmerzgrenzen gehen, Fremdscham auslösen – aber durch Überzeichnung auch komisch sein. Zu sehen sein wird sie wohl nie – die Drehbücher offenbaren verstörende Parallelen zu den Vorwürfen, die Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes gegen ihn erhebt.
Wie „Zeit.de“ berichtet, sollen sechs von acht Episodendrehbüchern der Redaktion vorliegen. Ulmen schrieb demnach die Bücher, führte Regie, spielte die Hauptrolle und war auch für den Schnitt verantwortlich. Die bereits fertig abgedrehte Serie wurde von seiner Firma „Pyjama Pictures“ für die Streaming-Plattform „Joyn“ produziert, eine Ausstrahlung ist vorerst nicht geplant.
Der Medienbericht schildert, dass sich darin Szenen finden, die auffällig nah an dem sind, was Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes ihm vorwirft. Sie hatte angegeben, Ulmen habe ihr gegenüber Ende 2024 gestanden, falsche Profile von ihr angelegt, in ihrem Namen mit Männern geschrieben und pornografische Inhalte verschickt zu haben. Das habe ihn erregt. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt spricht in dem Zusammenhang von unwahren Behauptungen.
Ulmen-Serie „The Au Pair“ zum großen Teil improvisiert
Aus dem Bericht von „Zeit.de“ geht hervor, dass die Serie zum großen Teil improvisiert sei, es nicht immer genaue Vorgaben zu Dialogen gebe. Was tatsächlich gedreht wurde, lasse sich anhand der Drehbücher daher nicht genau sagen.
Die Serie spielt auf Mallorca im Milieu wohlhabender deutscher Auswanderer. Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar in einer toxischen Beziehung. Dazu kommen mehrere drastische Handlungsstränge rund um Sex, Demütigung, Internet-Identitäten und Geheimnisse in der Ehe. Auch Ulmen und Fernandes sind vor einigen Jahren vorübergehend nach Mallorca gezogen.
Serienfigur postet Bilder von Freundin in Sex-Chatforen
Besonders eine Szene im Skript soll herausstechen: Darin gesteht der 18-jährige Sohn von Ulmens Serienfigur seiner Freundin, Bilder von ihr in Sex-Chatforen gepostet zu haben. Ihn habe erregt, wie andere Männer über sie schrieben.
Dem Bericht zufolge blicken Beteiligte heute, nach Bekanntwerden der Vorwürfe, mit ganz anderen Augen auf das Projekt. Besonders verstörend: Die Dreharbeiten fanden im Herbst 2025 statt – also etwa ein Dreivierteljahr, nachdem Ulmen seiner damaligen Frau seine mutmaßlichen Geheimnisse offenbart haben soll.
Beteiligte schockiert über Vorwürfe und Parallelen zur Handlung
Cast und Crew hatten, wie in der Branche üblich, vor den Dreharbeiten Geheimhaltungsvereinbarungen über den Inhalt unterschrieben. Trotzdem hätten mehrere Beteiligte anonym mit „Zeit.de“ gesprochen und sich schockiert über die Vorwürfe sowie über die Parallelen zur Handlung gezeigt. Einige hätten erklärt, sie könnten seit Bekanntwerden der Vorwürfe an kaum etwas anderes mehr denken.
Auch beruflich hat der Fall massive Folgen für Ulmen. Joyn nahm die Serie „Jerks“ aus dem Angebot, seine Schauspiel-Agentur trennte sich von ihm.
„Pyjama Pictures“ distanziert sich von Ulmen
„Pyjama Pictures“, die von ihm mitgegründete Berliner Produktionsfirma hinter „The Au Pair“, erklärte, ihre Loyalität gelte Collien Fernandes. Zugleich betonte aber auch die Firma, dass für Ulmen die Unschuldsvermutung gilt. Medienberichten zufolge laufen zudem Gespräche über den Aufkauf von Ulmens Gesellschafteranteilen.
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Der Produzent selbst hat sich öffentlich zu den Vorwürfen seiner Ex-Frau bisher nicht geäußert. Sein Anwalt geht gegen Teile der Berichterstattung vor. Was bleibt, ist eine unveröffentlichte Serie, die nun vor allem wegen ihrer beklemmenden Nähe zu den Vorwürfen gegen ihren Schöpfer auffällt. (mp)
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