Verschwundener Tengelmann-Chef: Neue Spur in den Epstein-Akten – wurde er ermordet?
Im seit Jahren ungeklärten Vermisstenfall des ehemaligen Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub gibt es offenbar überraschende neue Wendungen: Akten rund um den verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein deuten jetzt auf mögliche Verbindungen zwischen beiden Fällen hin – und sorgen international für Aufsehen.
Haub war im April 2018 zu einer Skitour in der Schweiz aufgebrochen und spurlos verschwunden. Drei Jahre später erklärte ihn ein Gericht in Köln offiziell für tot – doch Spekulationen über sein Schicksal reißen nicht ab. Nun tauchen in den Epstein-Akten Hinweise auf, die den Fall in ein neues Licht rücken. Der Fernsehsender „ntv“ berichtete zuerst.
Epstein-Akten: Anonyme Person soll von Mord berichtet haben
So zeigen drei Seiten aus den bislang unveröffentlichten Epstein-Dokumenten, dass Mark Epstein, Bruder von Jeffrey, im Juni 2020 mit der Kantonspolizei im Wallis (Schweiz) Kontakt aufnahm. Er stellte darin Parallelen zwischen dem Tod seines Bruders Jeffrey im August 2019 und dem Verschwinden Haubs anderthalb Jahre zuvor her und äußerte Zweifel an der offiziellen Version beider Fälle. Auslöser sollen Hinweise einer anonymen Person gewesen sein, die sich in den Akten unter dem Pseudonym „Mim Mim“ findet.
Besonders heikel: Die Unterlagen legen nahe, dass „Mim Mim“ mit Mitgliedern der Familie Haub Kontakt gehabt haben könnte – und dort möglicherweise sogar Schweigegeld erhalten habe. Zudem soll ein Sicherheitschef des Tengelmann-Konzerns bereits 2021 eine Verbindung zwischen Haub und Epstein bestätigt haben, ohne Details zu nennen. Die Fragen, die sich daraus ergeben, etwa ob Angehörige involviert waren oder Gelder geflossen sind, wurden auf Nachfrage von „ntv“ bislang nicht öffentlich beantwortet.
Vermisster Tengelmann-Chef: Was wussten FBI und CIA?
Die Akten werfen zudem ein neues Schlaglicht auf das Verhalten der Ermittlungsbehörden: FBI und CIA hatten bereits kurz nach Haubs Verschwinden ungewöhnlich intensiv in der Region rund um Zermatt ermittelt und Zeugen befragt – ein Vorgehen, das Experten als ungewöhnlich für einen Bergunfall einstufen. Bis heute bleibt die Suche ergebnislos.
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Trotz der neuen Hinweise gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, die den Verbleib oder das Schicksal von Karl-Erivan Haub endgültig klären. Die Dokumente aus dem Epstein-Komplex sorgen aber für neue Spekulationen und werfen weitere Fragen auf. Haub wurde 2021 vom Amtsgericht Köln für tot erklärt. Es halten sich dennoch weiter hartnäckig Theorien, er könnte sein Ableben inszeniert haben, um in Russland zu leben. (rei)
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