Eine Lufthansa-Maschine des Typs Boeing 787-9 ist im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen.

Eine Lufthansa-Maschine (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa | Hannes P. Albert

USA-Reisen im Sinkflug? Trump verunsichert Urlauber

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Die USA galten lange als eines der beliebtesten Fernreiseziele der Deutschen. Doch aktuell wächst die Zurückhaltung: Die politische Lage in den Vereinigten Staaten sorgt bei vielen Reisenden für Verunsicherung. Das spiegelt sich zunehmend auch in den Buchungszahlen wider – allerdings offenbar nicht bei allen.

Vor allem politische Unsicherheit, gesellschaftliche Spannung und verschärfte Einreisebestimmungen lassen viele Urlauber zögern. Bereits 2025 wurde das messbar. Im Dezember ist die Zahl der Reisen in die USA zum achten Monat in Folge gesunken, wie aus den Daten des „National Travel and Tourism Office” (NTTO) hervorgeht.

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„Trotz rückläufiger offizieller Buchungszahlen aus dem deutschen Quellmarkt im Jahr 2025 zeigt sich der Markt für die USA grundsätzlich optimistisch”, teilt „Canusa Touristik” (der größte deutschsprachige Anbieter für Individualreisen nach Nordamerika) auf MOPO-Nachfrage mit. Für das Jahr 2026 liege das Buchungsniveau noch im Minus, doch es zeichne sich eine klare Stabilisierung ab.

Trump-Wahnsinn: Politische Lage wirkt stärker auf Buchungsverhalten ein

„Die politische Lage wirkt in diesem Jahr stärker auf das Buchungsverhalten ein als bei der ersten Präsidentschaft Donald Trumps”, so Tilo Krause-Dünow, Inhaber und Geschäftsführer von „Canusa” Während die USA leicht rückläufig gewesen seien, erlebe Kanada ein außergewöhnlich starkes Jahr.

Denn an der Reiselust scheitert es nicht: Eine aktuelle Umfrage von „Booking.com” zeigt eine vielversprechende Tendenz für das Jahr 2026. Rund 45 Prozent der Befragten planen für das laufende Jahr mehr als zwei Urlaubsreisen. Auch Australien ist ein gutes Beispiel für steigendes Fernweh: Dort zeigt die nationale Statistikbehörde, dass der internationale Reiseverkehr fast wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie ist. Das Problem ist also nicht die Lust – sondern das Reiseziel USA.

USA-Reisen: Die Entwicklung ist noch nicht ganz klar

Doch die Entwicklung bei USA-Reisen ist derzeit widersprüchlich. Es gibt sowohl Anzeichen für steigende als auch für sinkende Buchungen. Der scheinbare Widerspruch liegt auch an der Messmethode: Die NTTO-Statistik zählt tatsächliche Einreisen in die USA, während Flughäfen und Airlines vor allem Auslastung und Passagieraufkommen betrachten – inklusive vieler Umsteiger.

Als größtes deutsches Drehkreuz und einer der wichtigsten Hubs Europas bündelt der Frankfurter Flughafen einen Großteil der USA-Verbindungen. Auf MOPO-Nachfrage spricht Fraport für 2025 insgesamt von einem stabilen bis leicht steigenden Passagieraufkommen – trotz politischer Unsicherheiten. Für das laufende Jahr, hat der Flughafen noch keine öffentliche Tendenz.

Die Airlines können sich nicht beklagen

Auch die Lufthansa und Discover Airlines teilten der MOPO mit, dass die Nachfrage steigt und die Aussicht für den Sommer 2026 vielversprechend sind. Den Sommerflugplan haben sie ebenfalls mit einigen Erweiterungen ausgebaut.

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Die USA verlieren bei deutschen Reisenden an Vertrauen – Politik, gesellschaftliche Spannungen und strengere Einreisebedingungen drücken die Zahlen. Gleichzeitig halten Airlines und der Frankfurter Flughafen dagegen: Die Nachfrage bleibt stabil, teils steigt sie sogar – der Rückgang trifft also nicht alle gleichermaßen. (nai)

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