Ungewöhnliches Wetterphänomen könnte Deutschland eisigen Dezember bringen
Eine seltene Wetterlage könnte Deutschland einen ungewöhnlich frühen Wintereinbruch bescheren. Meteorologen beobachten derzeit eine sogenannte plötzliche Stratosphärenerwärmung, auf Englisch Sudden Stratospheric Warming (SSW). Dabei heizt sich die Stratosphäre über dem Nordpol ungewöhnlich schnell auf – mit paradoxen Folgen: Statt milderem Wetter drohen eisige Temperaturen.
„Falls es zu einem SSW kommt, kann eine Folge sein, dass Mitteleuropa und damit auch Deutschland eher in einen Bereich von Ostwinden gelangt“, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach laut „Spiegel“. Diese Ostwinde bringen häufig trockene, kalte Luft mit sich – eine klassische Ausgangslage für anhaltende Kälte und Schnee.
Kälte droht: SSW macht Wintereinbruch wahrscheinlicher
Die derzeitige Entwicklung könnte das Wetter auf der Nordhalbkugel noch bis in den Dezember oder gar ins neue Jahr hinein beeinflussen. Laut DWD führt eine SSW zwar nicht zwangsläufig zu einem Kälteeinbruch in Deutschland – sie macht ihn aber deutlich wahrscheinlicher.
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„Stratosphärische Erwärmungsereignisse vollziehen sich langsam“, betont Meteorologe Ben Noll von der „Washington Post“ dem Bericht zufolge. „Wundern Sie sich also nicht, wenn die Auswirkungen verzögert auftreten.“ Bemerkenswert sei auch der Zeitpunkt: Tritt die SSW wie erwartet noch im November ein, wäre das das früheste Ereignis dieser Art seit Beginn der Aufzeichnungen. (mp)
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