UN klagt an: Mehr als 1000 Tote bei Angriff auf Flüchtlingslager
Erdnussschalen für Kinder: Mit Tierfutter versuchen Familien im Sudan ihren Nachwuchs vor dem Hungertod zu retten. Die Milizen der Rapid Support Forces gehen äußerst brutal gegen Zivilisten vor – es gab mehr als 1000 Tote.
Im Sudan hat die Miliz Rapid Support Forces (RSF) bei ihrer dreitägigen Offensive auf das Flüchtlingslager Samsam im Frühjahr nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 1013 Zivilisten getötet. Im neuen Bericht des UN-Büros für Menschenrechte heißt es weiter, durch den Angriff vom 11. bis 13. April seien mehr als 400.000 Bewohner des Lagers aufs Neue vertrieben worden.
Angriff auf Flüchtlingslager: Mehr als 1000 Tote
Den seit April 2023 andauernden Krieg im Sudan, in dem sich die sudanesische Armee und die RSF gegenüberstehen, bezeichnen die Vereinten Nationen als größte humanitäre Krise der Welt. Zwölf Millionen Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, jeder zweite Einwohner des nordostafrikanischen Landes ist von Hunger bedroht. Gleichzeitig erfährt die Lage im Sudan deutlich weniger internationale Aufmerksamkeit als etwa die Situation im Gazastreifen.
Der Bericht des UN-Büros für Menschenrechte listet Tötungen, Vergewaltigungen und andere Formen sexueller Gewalt, Folter und Entführungen während der dreitägigen Offensive auf das Lager auf. Es handle sich um ein konstantes Muster „schwerer Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und massiver Verletzungen der Menschenrechte“.
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In den Monaten vor dem Angriff blockierte die RSF laut dem Bericht die Einfuhr von Lebensmitteln, Wasser, Treibstoff und anderen Gütern in das Lager und griff diejenigen an, die versuchten, Nachschub zu bringen. Um zu überleben, hätten viele Familien ihren Kindern Tierfutter wie Erdnussschalen gegeben. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, appellierte eindringlich: „Die Welt darf nicht tatenlos zusehen, wie sich eine solche Grausamkeit im Sudan als alltägliche Realität verfestigt.“ (dpa)
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