Umzug ohne Stress: 5 clevere Tipps, die Nerven und Geld beim Packen sparen
Kartons, Chaos, Muskelkater: Ein Umzug kann schnell zur Belastungsprobe werden. Mit ein paar einfachen Tricks läuft der Wohnungswechsel deutlich entspannter – und oft auch günstiger.
Die Umzugskartons stapeln sich, lose Dinge liegen überall herum – und schon kann selbst die Frage nach Großmutters Goldrandporzellan für schlechte Stimmung sorgen. Kein Wunder: Ein Umzug kostet oft nicht nur Geld, sondern auch Kraft und Nerven.
Ganz ausarten muss der Wohnungswechsel aber nicht. Experten erklären, wie der große Kraftakt strukturierter, sicherer und entspannter gelingt.
Wann beim Umzug Profis sinnvoll sind
Vor einem Umzug stellt sich oft zuerst die Frage, ob man alles allein schafft – oder mit Hilfe von Freunden und Familie. Wer mehr als ein kleines WG-Zimmer transportieren muss und nicht auf viele Helfer zählen kann, sollte laut Andreas Eichinger vom Bundesverband Möbelspedition und Logistik über professionelle Unterstützung nachdenken.
Das gelte vor allem bei großen Haushalten, weiten Entfernungen, wenig Zeit oder wenn schwere und empfindliche Möbel transportiert werden müssen. Dabei gehe es nicht nur um Klaviere, Tresore oder teure Gemälde. Schon der Abbau einer alten Schrankwand könne Privatleute an ihre Grenzen bringen. Wer sparen will, kann den Umzug aufteilen. So lassen sich Kartons selbst packen und transportieren, während Profis sich um schwierige Möbelstücke kümmern.
Vor dem Packen gründlich ausmisten
Ein wichtiger Spartipp für den Umzug lautet: erst aussortieren, dann einpacken. Denn wer weniger mitnimmt, braucht auch weniger Kartons. Ordnungscoach Andrea Kranig rät dazu, mit dem Ausmisten möglichst früh anzufangen und nicht alles auf den letzten Moment zu verschieben.
Am besten gehe man in kleinen, stetigen Schritten vor. Viele Menschen fingen zu spät an und würden am Ende nur noch alles hastig in Kisten werfen. Kranig empfiehlt, sich bei jedem Gegenstand bewusst zu fragen: Brauche ich ihn aktuell? Und mag ich ihn heute? Es gehe nicht darum, ob man ihn früher mochte oder ihn irgendwann vielleicht wieder mögen wird.
Besonders leicht falle das Ausmisten meist in der Küche, weil an vielen Gegenständen dort nur wenige Emotionen hingen. Erinnerungsstücke sollten laut Kranig dagegen lieber nicht der Anfang sein.
Umzugskartons genau beschriften
Beim Packen rät Kranig dazu, Kartons nicht nur nach Zimmern, sondern möglichst konkret nach Schränken oder genauen Ablageorten zu sortieren. Teller und Tassen gemeinsam zu verpacken, ergebe wenig Sinn, wenn sie später in verschiedene Schränke einsortiert werden.
Farbcodes können zusätzlich helfen, Kartons schneller den richtigen Räumen zuzuordnen. Auch Umzugsunternehmer Ali Esen empfiehlt, Kisten klar und deutlich zu kennzeichnen.
Wichtig sei außerdem, Kartons nicht zu schwer zu machen. Mehr als 15 bis 20 Kilogramm sollten es pro Karton nicht sein. Schwere Gegenstände gehören nach unten, leichte nach oben. Hohlräume sollten mit Packpapier oder Textilien gefüllt werden, damit beim Transport nichts verrutscht.
Möbel sichern und Kleider nach Möglichkeit hängen lassen
Bei größeren Möbeln ist es meistens sinnvoll, sie auseinanderzubauen. Das spart Platz und verringert laut Esen das Risiko von Transportschäden. Schrauben und andere Kleinteile sollten am besten in kleinen Beuteln verstaut und direkt am Möbelstück befestigt werden. Auch Schubladen, Türen und lose Teile müssen gesichert werden. Dabei helfe Stretchfolie besonders gut, um empfindliche Gegenstände zu schützen.
Für Kleidung hat Andrea Kranig noch einen praktischen Tipp: Kleider können einfach auf den Bügeln bleiben, wenn dafür passende Kartons mit Stange genutzt werden.
Auch beim Tragen selbst kommt es auf Technik an. Kartons sollten aus den Beinen und nicht aus dem Rücken gehoben werden. Außerdem sollten beim Umzug Laufwege frei sein und Stolperfallen beseitigt werden, um Verletzungen und Schäden zu vermeiden.
Der Umzug ist geschafft: Ein Wohlfühl-Karton hilft am ersten Abend
Nicht nur Möbel und Rücken, auch die Stimmung sollte beim Umzug geschont werden. Deshalb rät Kranig zu einem extra Karton für den ersten Abend und den nächsten Morgen. Darin sollten Dinge wie Schlafanzug, Zahnbürste, Schere und Kaffee griffbereit verstaut sein. So erspart man sich langes Suchen nach einem anstrengenden Umzugstag.
Denn oft kommen die Gefühle erst dann hoch, wenn Ruhe einkehrt. Für Kranig ist ein Umzug nicht nur Organisation, sondern auch der Start in einen neuen Lebensabschnitt und der Abschied von einem alten Leben. Diese Emotionen sollte man einplanen und sich im Zweifel Unterstützung suchen.
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Gleichzeitig sei ein Umzug auch eine Chance, sich bewusst ein neues Zuhause zu schaffen. Kranigs persönlicher Tipp dafür: gleich am ersten Tag Blumen kaufen. (dpa/mp)
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