Deutsche Kreuzfahrtschiffe hängen im Kriegsgebiet fest – das passiert mit den Gästen
Wegen des Krieges in Nahost gelten aktuell für viele Länder in der Region Reisewarnungen. Die Menschen, die schon unterwegs waren, sitzen fest. Flüge wurden gestrichen und Kreuzfahrtschiffe dürfen die Häfen nicht verlassen. Was als Erholung geplant war, ist für viele zum Albtraum geworden.
Wie reagiert die Reisebranche auf den Krieg in Nahost? Gerade hat der Touristikkonzern Dertour mit einer Krisenhotline und Hotelverlängerungen auf die Lage in Nahost reagiert. „Gäste, die aufgrund von Luftraumsperrungen vor Ort derzeit nicht nach Hause fliegen können oder auf einen Weiterflug warten, sind von uns informiert worden und werden vor Ort betreut“, hieß es in einer Mitteilung.
Tui Cruises betroffen: Zwei Kreuzfahrtschiffe hängen fest
Auch Kreuzfahrtschiffe hängen fest. „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von Tui Cruises sind betroffen. Gemeinsam haben die Schiffe eine Kapazität für 5000 Reisende. „Die Sicherheit unserer Gäste und der Crew hat für uns jederzeit oberste Priorität“, hieß es auf der Website des Anbieters. Eine planmäßige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar. Die Gäste befänden sich weiterhin an Bord der beiden Kreuzfahrtschiffe, hieß es.

Die „MSC Euribia“ von der Schweizer Reederei MSC Cruises mit einer Kapazität für mehr als 6000 Passagiere lag zudem eines Berichtes zufolge in Dubai fest. Die Reise, die am Sonntag hätte starten sollen, wurde kurzfristig abgesagt.
Krieg in Nahost: Aida hat „kein Schiff in der Region“
Der Kreuzfahrtriese Aida ist hingegen nicht betroffen. „Aktuell befindet sich kein Aida Schiff in der Region“, teilte eine Sprecherin der Marke mit. Bereits im Juli 2025 sei die Entscheidung getroffen worden, aufgrund der nicht verlässlich einschätzbaren Situation, keine Orient-Reisen im Winter 2025/2026 durchzuführen.
Das Auswärtige Amt hatte am Samstag eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder der Region zwischen Libanon und Oman veröffentlicht. Alle Menschen in der Region sind aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten zu informieren.
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Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Sonntagnachmittag, in der Krisenvorsorgeliste habe sich bislang eine niedrige fünfstellige Zahl betroffener Deutscher in der Golfregion registriert – also mehr als 10.000 Menschen. Das können Urlauber sein, aber auch im Ausland lebende Deutsche. (dpa/mp)
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