Billy Eilish Grammy

Billie Eilish und Finneas bei der Dankesrede für den Grammy für den „Bester Song“. Foto: picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP | Chris Pizzello

Kritik und Spott von Stars: Trump schimpft über Grammys – und droht mit Klage

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Die Grammys waren dieses Mal ungewohnt politisch – mit Kritik und Spott an US-Präsident Donald Trump und seiner Politik. Das lässt der US-Präsident nicht unkommentiert.

Nach Kritik und Spott über ihn und die Politik seiner Regierung hat Donald Trump die Grammy-Gala und Moderator Trevor Noah beschimpft. Die Musikpreis-Verleihung sei „Müll“ und „praktisch nicht anschaubar“, schrieb Trump bei seinem Online-Sprachrohr Truth Social. 

Den südafrikanischen Comedian Trevor Noah, der die Gala zum sechsten und letzten Mal moderiert hatte, bezeichnete Trump als „totalen Verlierer“, der kein Talent habe. Zudem drohte er ihm mit einer Klage. Noah hatte bei der Gala gespottet, dass Trump Grönland haben wolle, weil die Privatinsel von Jeffrey Epstein nicht mehr verfügbar sei. „Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen“. Er sei aber nie auf der Privatinsel von Epstein gewesen, schrieb Trump. Deswegen werde er Noah nun verklagen. „Mach dich bereit, Noah, ich werde mit dir einiges an Spaß haben.“

Stars tragen Button mit Kritik an ICE

Musikerin Billie Eilish hat auf der Grammy-Bühne die US-Einwanderungspolitik scharf kritisiert. „So dankbar ich auch bin, ich habe ehrlich gesagt nicht das Bedürfnis, etwas anderes zu sagen als: Niemand ist illegal auf gestohlenem Land“, sagte die 24-Jährige und erhielt dafür Jubel und Applaus aus dem Publikum.

„Es ist wirklich schwer zu wissen, was man jetzt sagen und tun soll“, fuhr die US-Amerikanerin fort. „Ich bin voller Hoffnung in diesem Raum und habe das Gefühl, dass wir einfach weiterkämpfen, unsere Stimme erheben und protestieren müssen. Unsere Stimmen sind wirklich wichtig, und die Menschen sind wichtig. ,Fuck ICE‘ ist alles, was ich sagen möchte.“


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Eilish und ihr Bruder Finneas O’Connell sind mit „Wildflower“ für den Song des Jahres ausgezeichnet worden. Präsentiert wurde die Kategorie von Musikerin Carole King. Sie trug auf der Bühne einen Button mit der Aufschrift „ICE Out“. Auch andere Gäste hatten einen solchen Button an ihre Kleidung geheftet, darunter die Musikerinnen Kehlani und Amy Allen.

Auch der US-Rapper Bad Bunny, der mit „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ den Grammy für das beste Album gewonnen hat, kritisierte auf der Bühne die US-Einwanderungsbehörde ICE. „Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!“, so der 31-Jährige. Die Gäste im Saal reagierten mit Standing Ovations, Jubel und langem Applaus. „Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Fremden, wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner“, fuhr er fort.

Cher wirkt verwirrt – und ehrt toten Sänger

Für einen peinlichen Moment sorgte Musik-Ikone Cher, die sich verwirrt gezeigt hat. Die 79-Jährige nahm bei der Gala in Los Angeles eine Ehren-Auszeichnung entgegen und hielt dann eine kurze Dankesrede. Anschließend sollte sie die Auszeichnung für die beste Aufnahme des Jahres überreichen, machte sich aber daran, die Bühne zu verlassen und musste von Moderator Trevor Noah darum gebeten werden, zu bleiben. 

Dann öffnete sie den Umschlag mit dem Namen des Gewinners – und sagte: „Der Grammy geht an Luther Vandross.“ Anschließend korrigierte sie sich: „Der Grammy geht an Kendrick Lamar.“ Der Musiker Luther Vandross ist bereits 2005 gestorben. Rapper Lamar hat seinen Song „luther“, für den er gemeinsam mit der Sängerin SZA einen Grammy bekam, nach Vandross benannt und einen Teil von dessen Musik dafür benutzt.

Steven Spielberg ist jetzt ein EGOT-Preisträger

Endgültig zur Legende wurde Regisseur Steven Spielberg, der nun auch seinen ersten Grammy gewonnen hat. Der 79-Jährige wurde als Produzent für den „Besten Musikfilm“ mit „Music for John Williams“ ausgezeichnet. Spielberg ist nun ein sogenannter EGOT-Preisträger, also ein Künstler, der alle vier wichtigen US-Unterhaltungspreise gewonnen hat: Emmy, Grammy, Oscar und Tony.

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Spielberg wurde nicht alleine für die Musik-Doku ausgezeichnet. Der Preis ging auch an die restlichen Produzenten und Regisseure Laurent Bouzereau. „Music by John Williams“ handelt von dem monumentalen Werk des einflussreichen Filmkomponisten.

Der Grammy wurde dieses Jahr zum 68. Mal verliehen. Er zählt zu den begehrtesten Musikpreisen der Welt.(dpa)

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