Ein Geldbeutel mit Scheinen. Drei 20 Euro Scheine, zwei 50 Euro Scheine, insgesamt 160 Euro

Eine Geldbörse mit Scheinen (Symbolbild) Foto: pressefoto_korb | Micha Korb

Teurer Überziehungs-Kredit: Hohe Zinsen – vor allem bei diesen Banken

kommentar icon
arrow down

Das Girokonto dauerhaft in den Miesen stehen zu lassen, ist keine gute Idee. Eine Auswertung zeigt, dass vor allem bei kleineren Banken der Dispokredit sehr teuer ist.

Das Girokonto zu überziehen bleibt ein sehr teurer Weg, um sich Geld zu leihen. Bereits innerhalb des vereinbarten Dispositionsrahmens verlangen die Geldhäuser im Schnitt 11,31 Prozent Zinsen für einen Dispokredit. Das hat eine aktuelle Datenanalyse des Vergleichsportals Verivox ergeben. Wer die Obergrenze überschreitet, muss nochmals höhere Zinsen zahlen. Im Schnitt beträgt der Aufschlag dann 4,26 Prozentpunkte, in der Spitze kommen so Zinssätze von bis zu 19,75 Prozent zustande. 

Banken verlangen für Dispokredit teilweise mehr als 15 Prozent

Grundlage der Analyse ist ein Datensatz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zu 6800 Girokonto-Modellen von rund 1100 Banken und Sparkassen. Bei 5207 Kontomodellen ist eine Überziehung grundsätzlich möglich und mit bestimmten Zinsen ausgewiesen. 

In der Spitze verlangen einzelne Banken schon innerhalb des Disporahmens bis zu 15,31 Prozent Zinsen. Vor allem Volks- und Raiffeisenbanken langen richtig zu: Unter den 20 Banken mit den höchsten Dispo-Zinsen befinden sich zwölf genossenschaftliche Kreditinstitute, sieben Sparkassen und eine überregionale Privatbank, wie Verivox berichtet. Das gleiche Bild ergibt sich, wenn auf die Zinsen für geduldete Überziehungen des Disporahmens geschaut wird.

Genossenschaftsbanken langen zu 

„Während die Sparzinsen in den letzten Monaten durch die gelockerte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank deutlich gesunken sind, müssen Bankkunden für das Minus auf dem Konto immer noch sehr hohe Zinsen zahlen“, stellt der Verivox-Finanzexperte Oliver Maier fest.

Bei der Auswahl ihres Girokontos sollten Kunden allerdings nicht nur auf niedrige Überziehungszinsen achten. Auch Kosten für Kontoführung, Karten und Bargeldabhebungen seien zu beachten, mahnt Maier. Wer auf dem Girokonto dauerhaft im Minus steht, sollte sich nach Alternativen umsehen. Ein Ratenkredit mit günstigen Konditionen sei mitunter nur halb so teuer wie der Kredit über das Girokonto. 

Vergleichsportal der Bafin 

Seit Jahresbeginn gibt auch die Bafin den Verbraucherinnen und Verbrauchern auf einer eigenen Website Orientierung im Konten-Dschungel. Mit wenigen Mausklicks können Nutzerinnen und Nutzer Merkmale für ihr Wunschkonto festlegen und bis zu drei Kontomodelle direkt miteinander vergleichen. Um ein Konto zu eröffnen, müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher dann an den jeweiligen Anbieter wenden.

Das könnte Sie auch interessieren: Protest vor Bezirksamt: Pfadfinder kämpfen für ihr Heim

Zusätzlich zu Girokonten führt der Bafin-Kontenvergleich Kontenmodelle für Minderjährige, Auszubildende, Studierende oder Menschen in Rente auf. Zudem sogenannte Basiskonten: Mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie hat in Deutschland seit dem 19. Juni 2016 jeder Bürger Anspruch auf ein Girokonto. Zuvor hatten es beispielsweise Menschen ohne festen Wohnsitz oder Flüchtlinge oft schwer, ein Konto zu eröffnen. (dpa/mp)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test