Femizid

Demo vor der Roten Flora im April 2024: Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau Opfer eines Femizids. Foto: IMAGO/Moritz Schlenk

Studie zu Femiziden: Das ist der gefährlichste Moment für Frauen

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Die meisten Femizide in Deutschland passieren in Beziehungen – häufig ausgelöst durch Eifersucht, Kontrolle oder eine Trennung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Femizid bedeutet, dass Frauen getötet werden, weil sie Frauen sind.

Die Forscher untersuchten 292 Fälle. Dazu werteten sie Vernehmungsprotokolle, Sachverständigengutachten, Anklageschriften und Urteile aus, die als versuchte oder vollendete Tötungen von Frauen in fünf Bundesländern im Jahr 2017 in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) eingegangen sind. Einbezogen wurden Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Teile Nordrhein-Westfalens, auf die ein Drittel der bundesweit polizeilich registrierten Tötungsdelikte an Frauen in diesem Jahr entfiel. 197 der 292 analysierten Fälle erwiesen sich tatsächlich als versuchte oder vollendete Tötungsdelikte an Frauen. 

Forscher untersuchten 292 Fälle

„Wir haben das Jahr 2017 ausgewählt, um sicherzustellen, dass die Strafverfahren zu Beginn der Auswertung im Jahr 2022 tatsächlich abgeschlossen waren“, sagt Jörg Kinzig, Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und einer der Leiter der Studie. 

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Die mit Abstand häufigste Art des Femizids ist laut Studie der Partnerinnenfemizid – bei 108 der 133 Femizide (81 Prozent) handelte es sich um Tötungsdelikte in heterosexuellen Paarbeziehungen. Anlass für die Tat war in den meisten Fällen eine tatsächliche oder befürchtete Trennung oder Untreue der Frau. (dpa/mp)

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