Sprengstoff-Drohne strandet vor Ferieninsel – Behörden in Sorge

Lefkada Insel Wasser
Die griechische Insel Lefkada ist bei Touristen beliebt.

Mit laufendem Motor ist vor Griechenland ein unbemanntes Schnellboot entdeckt worden – an Bord rund 100 Kilogramm Sprengstoff. Der Fund gibt Rätsel auf.

Ein vor der Küste der griechischen Insel Lefkada im Ionischen Meer entdecktes unbemanntes Schnellboot beschäftigt die Regierung in Athen. Das etwa sechs Meter lange Fahrzeug war am Donnerstag von Fischern zunächst mit laufendem Motor nahe einer Felsformation gesichtet und anschließend in Richtung eines Kleinhafens der Touristeninsel geschleppt worden – ohne dass ihnen die gefährliche Ladung bewusst war, berichtete der griechische Rundfunk (ERTNews).

Nach Angaben aus Kreisen der griechischen Küstenwache befanden sich an Bord rund 100 Kilogramm Sprengstoff. Dieser wurde inzwischen bei einer kontrollierten Explosion unschädlich gemacht. Das Boot selbst wurde in spezielle Einrichtungen der Marine gebracht, wo Experten nun Herkunft, technische Fähigkeiten und die mögliche Route analysieren.

Griechische Behörden sind über Fall besorgt

„Es ist ein ernster Fall“, sagte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis im griechischen Rundfunk. Nach übereinstimmenden Informationen griechischer Medien stellen Fachleute fest, dass das Boot eine Seedrohne ukrainischer Bauart vom Typ Magura ist, die im Krieg gegen Russland eingesetzt wird, berichtete die Athener Zeitung „Kathimerini“.

Demnach prüfen die Behörden insbesondere einen Zusammenhang mit dem Einsatz solcher Drohnen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte, die für den Transport von Erdöl trotz Sanktionen genutzt wird. Angriffe mit Drohnen sollen sich nach Informationen aus Sicherheitskreisen bereits in Teilen des Mittelmeers ereignet haben, unter anderem zwischen Libyen und Kreta sowie vor Malta.

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Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem dem Umstand, dass der Motor des Bootes laut Zeugenaussagen dauerhaft lief – ein Hinweis darauf, dass das System möglicherweise die Verbindung zu seiner Steuerung verloren hatte und führungslos weitertrieb, bis es an der Küste strandete.

Dass ein derartiges, mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Fahrzeug schließlich die Gewässer eines griechischen Urlaubsziels erreichte, sorgt in Athen für erhebliche Besorgnis hinsichtlich der maritimen Sicherheit, des Schutzes kritischer Infrastruktur und der Sicherheit der Bevölkerung. (dpa)