• Ein Corona-Schnelltest-Schild vor einer Apotheke.
  • Foto: picture alliance/dpa/Daniel Reinhardt

Schnelltests ab Montag nicht mehr gratis – wer sich noch kostenlos testen lassen kann

Wer sich nicht impfen lassen möchte, kann nach den 3G-Regeln vielerorts weiterhin mit einem aktuellen Corona-Schnelltest Gastronomie oder Veranstaltungen besuchen. Aber: Ab Montag wird es komplizierter und teuerer – die Tests von den Bürger:innen selbst gezahlt werden. Wer kann sich trotzdem noch kostenlos testen lassen?

Bereits vor wenigen Wochen kam die Ankündigung der Bundesregierung, ab Montag, den 11. Oktober kosten Tests Geld, um die 15 Euro circa. Eine Maßnahme, die vor allem ungeimpfte Personen noch zum „Piks“ bewegen soll. Da kostenlose Impfungen für alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Testkosten durch die Steuerzahler:innen nicht länger nötig, hieß es zu Begründung.

Kinder und Schwangere können sich bis Ende des Jahres noch kostenlos testen lassen

Menschen, die sich nicht impfen lassen können, sollen Tests jedoch weiterhin gratis machen können. Ebenso Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder erst in den letzten drei Monaten vor dem Test zwölf geworden sind. Denn für sie gibt es noch keinen Impfstoff. Kostenlos bleibt es unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen. Das legt eine Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

Vorgesehen sind auch einige Übergangsregeln: So können Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere noch bis 31. Dezember mindestens einen Test pro Woche gratis machen. Denn für sie gibt es erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), sie sollen daher mehr Zeit für Impfungen haben.

Um auch weiterhin kostenlose Tests zu bekommen, muss man bei der Teststelle einen amtlichen Ausweis mit Foto vorlegen – bei Kindern ist so auch das Alter zu belegen. Extra Nachweise wie ein ärztliches Zeugnis sind nötig, wenn man sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann – eine Diagnose muss nach Ministeriumsangaben nicht angegeben werden. Drauf stehen müssen aber Name, Anschrift und Geburtsdatum sowie Angaben zum Aussteller des Attests. Zum Nachweis einer Schwangerschaft kann der Mutterpass genutzt werden.

Grünen-Gesundheitsexperte hält kostenpflichtige Tests für verfrührt

Wie teuer Tests werden, muss sich unter den neuen Marktbedingungen erst noch zeigen. Zuletzt gingen Angebot und Nachfrage wegen immer mehr Impfungen zurück. So waren auf einem Info-Portal zeitweise rund 6000 Apotheken zu finden, die Tests machen. Inzwischen sind es nach Verbandsangaben noch 4400. Bisher bekommen Anbieter pro Schnelltest 11,50 Euro Vergütung, für genauere PCR-Tests etwa 43 Euro. Für Selbstzahler:innen sind diese aber oft teurer – umso mehr, je schneller das Laborergebnis kommt. Die Bundesregierung wies darauf hin, dass Beschäftigte sich in Firmen kostenlos testen lassen können.

An dem Ende der Gratis-Tests gibt es jedoch auch Kritik: Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen warnte, die Umstellung komme zu früh. „Ohne Gratistests werden wir weniger Testergebnisse bekommen, mehr Infektionen werden unerkannt bleiben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Wir laufen in eine Schattenpandemie.“

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Statt kostenlose Tests zu streichen, sollten sie mit der Impfkampagne verknüpft werden. „Wer eine Impfberatung annimmt, sollte im Gegenzug einen Gratistest bekommen.“ So oder so sind für den Bund erhebliche Kosten zusammengekommen. Allein seit Beginn einer separaten Erfassung der „Bürgertests“ durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung Anfang Juli wurden mehr als eine halbe Milliarde Euro dafür abgerechnet. (dpa/alp)

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