Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (M.) und Bahn-Mitarbeiter gedenken im Berliner Hauptbahnhof des 36-jährigen Zugbegleiters Serkan C.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (M.) und Bahn-Mitarbeiter gedenken im Berliner Hauptbahnhof des 36-jährigen Zugbegleiters Serkan C. Foto: picture alliance / Anadolu | Halil Sagirkaya

Schaffner erschlagen: Bahn-Sprecher ringt um Worte – „unermesslicher Schmerz“

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Die tödliche Gewalttat auf Zugbegleiter Serkan C. in Rheinland-Pfalz hat auch in den Reihen der Deutschen Bahn Spuren hinterlassen. Nun äußerte sich Pressesprecher Jens-Oliver Voß zum brutalen Angriff.

Nach dem tragischen Vorfall teilte Voß seine Gedanken auf LinkedIn. Er beschreibt seine Situation so: „Zuerst: Sprachlosigkeit. Dann Wut. Und die Frage: Wie geht es den Menschen, die ihm am nächsten standen?”

DB-Sprecher: „Die Tat hat unermesslichen Schmerz ausgelöst“

Trotz jahrelanger Erfahrung zeigt er sich tief betroffen: „Natürlich sind wir auf Krisen vorbereitet. Auf Ereignisse, von denen wir hoffen, sie nie kommunizieren zu müssen.” Er fragt sich: „Wie vermeidet man, in den Modus der reinen Krisenkommunikation zu verfallen? Wie schafft man es, Mensch zu bleiben – nicht abzustumpfen?“ Er habe nicht auf alles eine Antwort. „Und schon gar nicht darauf, was einen Menschen zu so einer Tat treibt. Wir wissen nur: Sie hat unermesslichen Schmerz ausgelöst”, schreibt der Pressesprecher offen.

Der Beitrag enthält auch ein Foto mehrerer DB-Mitarbeiter, die im Berliner Hauptbahnhof zusammenstehen und eine Schweigeminute für das Opfer halten. In den Kommentaren erhält Voß viel Mitgefühl und Dank für seine offenen Worte.

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Serkan C. war den Erkenntnissen zufolge am Montagabend im Rahmen einer Ticketkontrolle von einem Reisenden ohne Fahrschein angegriffen worden. Der 36-Jährige starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Der 26-Jährige mutmaßliche Täter sollte bei der Ticketkontrolle des Zuges verwiesen werden, weil er keinen Fahrschein vorzeigen konnte. (mp)


Hilfe in schweren Stunden

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Hier finden Sie Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111, 0800 – 111 0 222 oder 116 123 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an junge Menschen. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 116 111. Es gibt auch ein Elterntelefon, das unter 0800 – 111 0550 erreichbar ist. Samstags nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Viele sprechen Türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Unter suizidprophylaxe.de gibt es eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland.


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