Reifenkonzern baut 1600 Stellen in Deutschland ab
Continental trennt sich von vielen Beschäftigten seiner Tochterfirma Contitech, setzt dabei aber auf ein Freiwilligenprogramm sowie Investitionszusagen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis mindestens Ende 2030 vermieden werden.
Der Reifen- und Kunststofftechnikkonzern Continental will bei der Kunststofftechnik-Tochter Contitech weltweit 3000 Stellen abbauen, davon 1600 in Deutschland. Mit der Gewerkschaft IGBCE wurde nun eine Einigung auf die Rahmenbedingungen erzielt, wie beide Seiten mitteilten. Die Gewerkschaft sprach von einem umfassenden Transformationspaket, auf das man sich geeinigt habe.
Die Vereinbarung regelt den sozialverantwortlichen Abbau von etwa 1600 Stellen in Deutschland, hieß es vom Unternehmen. Ein Teil der betroffenen Tätigkeiten werde ins Ausland verlagert. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis mindestens Ende 2030 vermieden werden.

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150 Millionen Euro an Einsparungen
Der Abbau ist Teil des Sparprogramms, das Conti im November angekündigt hatte. Von 2028 an sollen jährlich 150 Millionen Euro eingespart werden. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, dass dafür auch Stellen abgebaut werden sollen, bisher aber keine genauen Zahlen genannt.
Den Stellenabbau habe man zwar nicht abwenden können, sagte IGBCE‑Hauptvorstandsmitglied Francesco Grioli laut Mitteilung. „Das können wir nicht verhindern.“ Doch: „Die Vereinbarungen lindern die Folgen für die vom Stellenabbau betroffenen Beschäftigten.“ Und sie schaffe „Perspektiven an deutschen Standorten“. Dazu gehörten auch Investitionszusagen. „Das Paket kann sich also bei allem Schmerz sehen lassen.“
Contitech erklärte, „alle Maßnahmen so sozialverantwortlich wie möglich zu gestalten“. Das nun vereinbarte Maßnahmenpaket umfasst ein Freiwilligenprogramm, Vorruhestandsregelungen und die gezielte Vermittlung Betroffener in andere Jobs – intern wie extern.
Abspaltung bis Jahresende geplant
Contitech hatte im vergangenen Jahr bereits Werkschließungen in mehreren Bundesländern angekündigt. Aktuell beschäftigt die Sparte mehr als 20.000 Mitarbeiter:innen weltweit, davon etwa 7700 in Deutschland. Contitech liefert unter anderem Schläuche, Antriebsriemen und Förderbänder für die Industrie.
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Continental sucht derzeit nach einem Käufer für die Tochter. Bis Jahresende will sich der Konzern von Contitech trennen. Im Konzern verbleiben soll dann nur das angestammte Reifengeschäft. Die jetzt getroffene Vereinbarung gilt laut IGBCE daher ausdrücklich auch für einen künftigen Käufer von Contitech. (dpa/mp)
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