Gerold Eppler, stellvertretender Leiter des Museums für Sepulkralkultur, steht neben einem zum Bestattungswagen umgebauten Chevrolet Impala.

Gerold Eppler ist der stellvertretende Leiter des Museums für Sepulkralkultur in Kassel. Dort ist es möglich, in einem Leichenwagen Probe zu liegen. Foto: picture alliance/dpa | Nicole Schippers

Probeliegen im Leichenwagen: Kurioses Angebot kommt gut an

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Wie fühlt sich die letzte Reise an? Im Museum für Sepulkralkultur können Besucher dem nachspüren – und in einem Bestattungsfahrzeug probeliegen.

Einmal in einem Leichenwagen Probeliegen? Das geht im Kasseler Museum für Sepulkralkultur. Dort präsentieren an diesem Samstag Freunde historischer Bestattungsfahrzeuge, auch „Schwarzfahrer“ genannt, ihre Leichenwagen – von liebevoll und aufwendig restaurierten Klassikern bis zu spektakulären amerikanischen Oldtimern.

Fahrzeuge aus dem Premiumbereich

Die Geschichte der Leichenwagen reiche weit zurück, berichtet der stellvertretende Direktor des Museums Gerold Eppler. Früher seien es von Pferden gezogene Wagen gewesen. Im 20. Jahrhundert habe der Wandel zum motorisierten Bestattungswagen begonnen. „Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mit der Technisierung immer mehr Automobile eingesetzt“, erklärt der Kunstpädagoge.


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Die Fahrzeuge hätten für die Bestattungsunternehmen zunehmend an repräsentativer Bedeutung gewonnen. „Da greift ein Betrieb eben auf Fahrzeugtypen zurück, die nicht im Niedrigpreissegment angesetzt sind“, erklärt Eppler. 

Beliebt seien Autos aus dem Premiumbereich geworden, etwa Chrysler- und Mercedes-Modelle. Das Image der Marke habe auf das Unternehmen ausstrahlen sollen. „Das hält sich bis heute.“ Selten seien BMW-Modelle als Leichenwagen im Einsatz, „weil die Marke ein zu sportliches Image hat“. 

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Inzwischen würden oft Vans eingesetzt, die nicht sofort als Bestatterfahrzeug zu erkennen seien. „Während es früher groß inszenierte Leichenzüge gab, geht man heute immer diskreter mit dem Vorgang des Leichentransports um.“ Wichtig sei eine würdevolle letzte Reise als Ausdruck von Wertschätzung und Respekt für den Verstorbenen.

Probeliegen wird gut angenommen 

Das Angebot des Probeliegens in einem Leichenwagen habe das Museum schon früher gemacht und es sei gut angenommen worden, berichtet Eppler. Besonders Männer zeigten sich daran interessiert. „Sie scheinen sich über das Thema Auto mit dem Thema Tod auf andere Art und Weise auseinandersetzen zu können, einen anderen Zugang zu finden.“ Sonst seien es eher Frauen, die sich auf die Thematik einließen. 

Im Museum für Sepulkralkultur in Kassel dreht sich alles um die Themen Sterben, Tod und Totengedenken – nach Angaben des Hauses ist dieses Konzept bundesweit einzigartig. (dpa/mp)

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