Ohne Weiß, dafür mit Hund: So heiraten Deutsche heute
Weißes Kleid, Brautübergabe durch den Vater und stundenlange Hochzeitsspiele? Für viele Paare gehören diese Rituale offenbar zunehmend der Vergangenheit an. Die perfekte Hochzeit 2026 soll persönlicher sein, stärker auf die eigenen Wünsche zugeschnitten – und deutlich social-media-tauglicher.
Das zeigt die neue „Vows & Venues“-Umfrage der Hotelgruppe Hyatt unter 2002 Menschen in Deutschland. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Generation, die Traditionen selektiv übernimmt und den großen Tag zunehmend als individuelles Erlebnis versteht.
Abschied von klassischen Hochzeitsritualen
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel beim Blick auf traditionelle Programmpunkte. Jeder zweite Befragte möchte komplett auf Hochzeitsspiele verzichten. Auch Rituale rund um die Eltern verlieren an Bedeutung: 47 Prozent planen weder einen Vater-Tochter- noch einen Mutter-Sohn-Tanz, 39 Prozent lehnen die symbolische Übergabe der Braut durch den Vater ab. Sogar das wohl bekannteste Symbol der Hochzeit gerät ins Wanken: Ein Viertel der Befragten (25 Prozent) kann sich vorstellen, auf das klassische weiße Brautkleid zu verzichten.
Ganz verschwunden sind die traditionellen Elemente allerdings nicht. Familienfotos bleiben mit 79 Prozent der mit Abstand wichtigste Bestandteil des Tages. Für 74 Prozent gehört außerdem das Anschneiden der Hochzeitstorte weiterhin fest dazu. Jeweils 60 Prozent möchten außerdem am ersten Tanz festhalten oder den Nachnamen des Partners annehmen.
Haustiere, First Look und Content Creator werden wichtiger bei Hochzeit
Statt auf alte Rituale setzen viele Paare auf neue emotionale Momente und individuelle Akzente. Vier von zehn Befragten (40 Prozent) wünschen sich einen sogenannten „First Look“ – also den Moment, in dem sich das Paar vor der eigentlichen Zeremonie zum ersten Mal sieht. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) plant zudem bewusst eine Rede der Braut ein.
Bemerkenswert ist auch die Rolle von Haustieren. Fast jeder Dritte (30 Prozent) möchte Hund, Katze oder andere tierische Begleiter aktiv in die Feier einbinden – sei es als Ringträger, Teil der Fotos oder schlicht als Ehrengast. Auch Social Media spielt zunehmend eine Rolle. 29 Prozent würden zusätzlich zu Fotografen und Videografen Content Creator engagieren, damit die schönsten Momente des Tages direkt für Instagram, TikTok und Co. festgehalten werden.
Junge Paare planen mit Budgets von über 46.000 Euro
Auch finanziell wird groß gedacht. Im Durchschnitt würden die Befragten laut Umfrage 29.692 Euro für ihre Traumhochzeit ausgeben. Frauen planen dabei etwas großzügiger als Männer. Während Frauen im Mittel rund 31.690 Euro für angemessen halten, liegt das Idealbudget bei Männern bei etwa 27.990 Euro.
Besonders auffällig ist der Altersunterschied. Die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen sieht im Schnitt 42.602 Euro als passendes Hochzeitsbudget an. Noch höher liegen die Erwartungen der 18- bis 24-Jährigen: Sie würden im Mittel sogar 46.310 Euro für ihre perfekte Hochzeit ausgeben.
Restaurant vor Beachparty – Italien bleibt Sehnsuchtsziel
Bei der Frage nach der perfekten Hochzeitslocation liegt die klassische Restaurantfeier weiterhin vorne: 25 Prozent würden sich dafür entscheiden. Dahinter folgen Outdoor-Hochzeiten im Garten oder Park mit 20 Prozent sowie Strandhochzeiten mit 17 Prozent. Im Schnitt stellen sich die Befragten ihre Traumhochzeit mit 84 Gästen vor.
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Auch wenn Deutschland mit 58 Prozent der beliebteste Ort zum Heiraten bleibt, reizt viele die Feier im Ausland. Spitzenreiter ist dabei Italien mit 16 Prozent. Dahinter folgen die Malediven (12 Prozent), Spanien (10 Prozent) und Frankreich (9 Prozent).