Nicht nur Sprit wird teuer: Zinsen für Baukredite schnellen hoch
Die Kämpfe in Nahost haben weitreichende Folgen – auch für Hausbauer in Deutschland: Sie müssen höhere Zinsen für ihre Baukredite zahlen. Die Unterschiede bei den Konditionen sind aber groß.
Hausbauer und Immobilienkäufer müssen im Zuge des Iran-Kriegs höhere Kosten für Baukredite stemmen. Die Bauzinsen in Deutschland sind nach einer Analyse der Frankfurter FMH-Finanzberatung im Schnitt über die Marke von vier Prozent gestiegen. Bei einer 500.000 Euro teuren Beispiel-Immobilie und einer Beleihung mit 90 Prozent liegen die Effektivzinsen für einen zehnjährigen Kredit bei 4,01 Prozent, geht aus einer Analyse der Datenbank FMHX hervor. Grundlage der Auswertung sind 207 Anbieter inklusive Kreditvermittler. Die Grundschuldkosten sind in der Berechnung bereits berücksichtigt. Mehrere Banken hätten zuletzt die Bauzinsen deutlich erhöht, hieß es.
Baukredite: große Unterschiede bei Angeboten
Grund für den Zinsanstieg ist, dass mit dem Iran-Krieg und gestiegenen Energiepreisen die Sorge wächst, dass die Inflation anzieht und die Europäische Zentralbank früher oder später die Leitzinsen erhöhen muss. Schon bevor es dazu kommt, sind die Kapitalmarktzinsen spürbar geklettert: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, an denen sich die Bauzinsen orientieren, stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit 2023. Zum Hintergrund: Wenn Staatsanleihen etwa drei Prozent Zinsen abwerfen (wie derzeit), müssen Immobilienkredite deutlich mehr Rendite bringen, damit es sich für die Banken lohnt, ihr Geld an Bauherren zu verleihen.

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Für Immobilienkäufer und Bauherren ist das schmerzhaft: Da sie oft Kredite über Hunderttausende Euro aufnehmen, werden schon kleine Zinsbewegungen teuer. Allerdings gebe es große Unterschiede bei den Angeboten, so FMH. Der Unterschied in der Datenbank zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Zins liege bei zehnjährigen Krediten bei 1,55 Prozentpunkten – zwischen 3,44 Prozent und 4,99 Prozent. Das eröffne Einsparmöglichkeiten bei der Tilgung im fünfstelligen Euro-Bereich, sagte FMH-Gründer Max Herbst.
Er sieht Parallelen zur Lage 2022, als wegen des Ukrainekriegs erst die Energiepreise hochschnellten und dann die Kreditzinsen. Da auch die Baukosten kräftig stiegen, gaben viele Menschen ihre Pläne für den Hausbau oder Immobilienkauf auf, der bis dahin laufende Immobilienboom dank Niedrigzinsen war beendet. Im Laufe der vergangenen Jahre ist die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern wieder gestiegen, die Immobilienpreise hierzulande zogen wieder an.
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Zuletzt schwächte sich die Nachfrage nach Baukrediten jedoch ab, da die Bauzinsen anzogen. Bereits Ende 2025 erreichten sie mit im Schnitt 3,9 Prozent für zehnjährige Kredite den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. (dpa/mp)
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