ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten (Archivfoto) Foto: picture alliance / dts-Agentur

Nach KI-Skandal im „Heute-Journal“: ZDF reagiert mit Fünf-Punkte-Programm

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Die Verwendung von KI-Bildern in einer ZDF-Nachrichtensendung löste viel Kritik aus. Die Senderspitze will die Wiederholung solcher Fehler verhindern – helfen sollen mehrere Maßnahmen.


Zusammenfassung:

  • Das ZDF implementiert ein Fünf-Punkte-Programm, um Fehler mit KI-generierten Bildern zu vermeiden.
  • Ein internes Frühwarnsystem wird verbessert, um Fehler in Sendungen schneller zu erkennen.
  • ZDF-Intendant betont die Bedeutung von Glaubwürdigkeit, ZDF-Chefredakteurin die Bedeutung selbstgedrehten Materials.

Das ZDF will mit einem Fünf-Punkte-Programm erneute Fehler mit KI-generierten Bildern und dem Umgang mit Quellen verhindern. Dazu zählen unter anderem Schulungsprogramme zu Künstlicher Intelligenz und Verifikation von Quellen und Informationen sowie verbesserte interne Abläufe, wie ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten in einer Sitzung des Fernsehrats des öffentlich-rechtlichen Senders in Mainz erläuterte.

Nach Skandal beim ZDF: Internes Frühwarnsystem soll verbessert werden

Auch das interne Frühwarnsystem solle verbessert werden, um Hinweise auf Fehler in Sendungen schneller zu erkennen und ihnen nachgehen zu können. 


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In einem Beitrag für das ZDF-„Heute-Journal“ wurden Mitte Februar Videosequenzen gezeigt, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt und nicht als solche gekennzeichnet waren. Es ging um Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE und Abschiebungen von Minderjährigen. Zum anderen wurde eine Szene mit realen Aufnahmen gezeigt, die jedoch aus einem anderen Kontext aus dem Jahr 2022 stammten und nicht von einem aktuellen ICE-Einsatz. Das ZDF entschuldigte sich später für den Fehler.

ZDF-Intendant: „Glaubwürdigkeit ist unser höchstes Gut“

ZDF-Intendant Norbert Himmler sprach in der Sitzung des Gremiums von einem „gravierenden Vorgang“. „Glaubwürdigkeit ist unser höchstes Gut“, sagte er. Auch mit entsprechender Kennzeichnung hätten die KI-Bilder in diesem Kontext nicht verwendet werden dürfen. Die Verstöße gegen Richtlinien und Standards seien so schwerwiegend gewesen, dass die für den Beitrag verantwortliche New-York-Korrespondentin abberufen worden sei. „Ein harter, aber meiner Ansicht nach an dieser Stelle auch sehr notwendiger Schritt“, sagte Himmler.

Es habe auch große Mängel bei der Aufarbeitung des Fehlers am ersten Tag gegeben, sagte der Intendant. „Es hat einfach zu lange gedauert, bis die handwerklichen Fehler im ‚Heute-Journal‘ vom 15. Februar und auch deren Tragweite erkannt wurden. Auch daraus müssen wir lernen und unsere Konsequenzen ziehen.“

Mehr „handmade“ gegen KI-Zweifel

Chefredakteurin Bettina Schausten stellte die Bedeutung von selbstgedrehtem Material in den Fokus. „Denn wir drehen ja viel selbst im Inland und im Ausland.“ Sie sehe eine Chance als öffentlich-rechtlicher Rundfunk, wenn man mit einer „stärkeren Betonung des Eigenmaterials“ sagen könne, das sei alles „handmade“.

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Schausten sprach auch davon, dass es eine Lernkultur brauche, „in der Fehler schnell zugegeben und nicht erst noch mal Erklärungen gesucht werden“. Man müsse diese Fehler dann anschließend auch sehr konsequent aufarbeiten und korrigieren. (dpa/mp)

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