Nach dem Brand in einer Bar in Crans-Montana: Gegen das Betreiber-Ehepaar, Jacques (2.v.l.) and Jessica Moretti, wird unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Nach dem Brand in einer Bar in Crans-Montana: Gegen das Betreiber-Ehepaar, Jacques (2.v.l.) and Jessica Moretti, wird unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Nach Brandkatastrophe: U-Haft für Schweizer Barbetreiber beantragt

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Kaum ist die Trauerfeier für die 40 Todesopfer des Infernos von Crans-Montana vorbei, rücken die Ermittlungen gegen den Barbetreiber in den Mittelpunkt. Dieser soll laut eines Medienberichts persönliche Fehler eingeräumt haben. Die Staatsanwaltschaft sieht Fluchtgefahr – und hat Untersuchungshaft für den Mann beantragt.

Im Zuge der Ermittlungen zur Brandkatastrophe in einer Schweizer Bar ist Untersuchungshaft für den Barbetreiber beantragt worden. Es bestehe Fluchtgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis mit.

Fluchtgefahr für Barbetreiber von Crans-Montana

„Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufes sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret“, teilte die Behörde weiter mit. Dies gelte nicht für seine Frau.


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Bei dem Inferno in der Silvesternacht waren 40 meist junge Menschen ums Leben gekommen, fast 120 wurden zum Teil schwer verletzt. Laut Ermittlern hatte eine funkensprühende Partyfontäne die Schaumstoffverkleidung der Decke der Bar „Le Constellation“ in Brand gesetzt.

Barbetreiberin: „Unvorstellbare Tragödie“

Gegen das Betreiber-Ehepaar hatte die Justiz jüngst Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst gestartet. Auch die Behörden selbst stehen im Fokus. Aus noch ungeklärten Gründen waren die Brandschutzmaßnahmen des Lokals vorschriftswidrigerweise jahrelang nicht von den zuständigen Stellen geprüft worden.

Wie der Schweizer öffentlich-rechtliche Sender RTS berichtet, soll der Barbetreiber, Jacques Moretti, gegenüber den Ermittlern zugegeben haben, dass der Notausgang im Erdgeschoss des Lokals in der Unglücksnacht von innen verschlossen war. Laut Informationen des Senders habe er zudem eingeräumt, die in Brand geratene Deckenverkleidung aus Schaumstoff eigenhändig ausgetauscht zu haben.

Bundespräsident fordert lückenlose Aufklärung

Die Frau, Jessica Moretti, entschuldigte sich unter Schluchzen. „Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können“, sagte die Barbetreiberin nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion vor Medien. „Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen.“ Ihre Gedanken seien die ganze Zeit über bei den Opfern und denjenigen, die mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen hätten.

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. picture alliance/KEYSTONE | FABRICE COFFRINI
Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin eine lückenlose Aufklärung des Geschehens.

Bei einer Trauerfeier für die Brandopfer von Crans-Montana forderte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Verfehlungen seien „ohne Verzögerung und ohne Nachsicht“ aufzudecken. Es gelte, Lehren zu ziehen und künftig für die größtmögliche Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen zu sorgen, sagte Parmelin.

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Der Regierungschef des Schweizer Kantons Wallis, Mathias Reynard, bat bei der Trauerfeier die Angehörigen um Entschuldigung.

Crans-Montana: Brandopfer auch in Deutschland behandelt

Fast alle Todesopfer waren Teenager und junge Erwachsene – die jüngsten waren erst 14 Jahre alt. Unter den Toten sind auch neun junge Schweizer Fußballer aus Regionalvereinen. Das gab der Schweizer Fußball-Verband (SFV) am nationalen Trauertag für die Tragödie in einem Post auf der Plattform X bekannt.

Die Brandverletzten von Crans-Montana werden in mehreren europäischen Ländern behandelt, darunter auch elf in Deutschland, wie es von der deutschen Botschaft in Bern hieß. (dpa/mp)

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