Panorama

Meteorologe warnt vor „katastrophalem“ Hitze-Sommer: Wie heiß wird es wirklich?

Läuferin gießt sich bei Halbmarathon in Hamburg Wasser aus der Mütze über den Kopf.
Eine Frau kühlt sich bei Hitze in Hamburg mit einem Schwall Wasser ab.

Jörg Kachelmann hat auf X vor einem europaweiten „Scheißsommer“ gewarnt. Während der Wetterexperte ein Katastrophenszenario zeichnet, dämpft der Deutsche Wetterdienst die Erwartungen an Vorhersagen.

Nach der Rekordhitze Ende Juni und der vorübergehenden Abkühlung Anfang Juli steigen die Temperaturen langsam wieder an – und wenn es nach Moderator und Wetterexperte Jörg Kachelmann geht, steht Deutschland erneut Extremwetter bevor: Er zeichnet ein düsteres Szenario für den Rest des Sommers. Differenziertere Einschätzungen dazu kommen vom Deutschen Wetterdienst.

Der Meteorologe setzte am Montag einen Post ab, in dem er deutliche Worte wählte: „Es wird ein Scheißsommer für weite Teile Mitteleuropas“, schrieb Kachelmann. „Wie schon im Juni geschrieben, scheint es kaum Hoffnung zu geben.“ Der Post schließt mit den Hashtags „Hitze“ und „Dürre“.

Kachelmann bezieht sich in seinem Beitrag auf die Monatsvorhersagen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF). Demnach sei die Wetterlage im August „ziemlich katastrophal“, so Kachelmann.

Dazu teilte er vier auf Daten des ECMWF beruhende Grafiken. Sie zeigen im Juli und August europaweit ungewöhnlich hohe Temperaturen sowie geringe Niederschlagswerte. Außerdem verweist Kachelmann auf den griechischen Meteorologen Sakis Arnaoutoglou, der die gleiche Entwicklung für den Sommer voraussagt.

„Katastrophaler“ August? Das sagt der Deutsche Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verweist auf Anfrage unserer Redaktion auf die geringe Aussagekraft solcher Monatsprognosen. Diese zeigten zwar „Tendenzen für Temperatur, Niederschlag und großräumige Anomalien – aber mit begrenzter Aussagekraft für Details in Deutschland“, so eine Sprecherin.

Eine konkrete Sommerprognose, wie sie Kachelmann auf X trifft, sei mit einem derart großen Vorlauf nicht verlässlich zu treffen.

Dennoch rechnen auch die DWD-Meteorologen mit einem wärmeren Spätsommer im Vergleich zum Durchschnitt der Spätsommer von 1991 bis 2020. Damit gemeint ist eine Temperatur, die im Dreimonatsmittel über 17,1 Grad liegt.

Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt laut saisonaler Temperaturvorhersage bei 89 Prozent. Allerdings: Der DWD gibt die Aussagekraft dieser Prognose selbst nur als „im mittleren Bereich“ an.

Welche Vorhersagen DWD-Meteorologen treffen – und welche nicht

Um belastbare Aussagen zum Wetter zu treffen, setzt der DWD auf die „Kurz- und Mittelfristprognose“, mit der aktuelle Wetterentwicklungen beobachtet werden. Demnach beruhigt sich das derzeit stürmische Wetter ab der Wochenmitte; bis Freitag setzt sich überall freundliches Wetter durch, wobei Spitzentemperaturen von bis zu 35 Grad erreicht werden.

Einen neuen Temperaturrekord schließt der DWD derweil nicht aus, möchte ihn aber auch nicht vorhersagen: „Rekorde hängen von konkreten Wetterlagen ab, die sich erst kurzfristig belastbar abzeichnen“, sagt die Sprecherin. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)

Nach der Rekordhitze Ende Juni und der vorübergehenden Abkühlung Anfang Juli steigen die Temperaturen langsam wieder an – und wenn es nach Moderator und Wetterexperte Jörg Kachelmann geht, steht Deutschland erneut Extremwetter bevor: Er zeichnet ein düsteres Szenario für den Rest des Sommers. Differenziertere Einschätzungen dazu kommen vom Deutschen Wetterdienst.

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