Das Kirchenbild eines Engels

Nach einer Restaurierung ähnelt dieser gemalte Engel in der Basilika San Lorenzo in Lucina der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Foto: picture alliance / LAPRESSE | Mauro Scrobogna

Meloni als Engel: Ganz Italien diskutiert dieses Kirchenbild – Papst mischt sich ein

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Das Bild eines Engels in einer Kirche in Rom sorgt derzeit für viel Aufruhr, denn nach einer Restaurierung scheint der Engel das Gesicht von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu tragen. Dahinter steckt ein Anhänger der rechten Regierungschefin. Nun meldete sich sogar der Papst zu Wort.

In einer der ältesten Kirchen von Rom ist Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nun als Engel mit Flügeln zu sehen – das sorgt für große Debatten. Der Fall beschäftigt inzwischen sogar Papst Leo XIV., der zugleich Bischof von Rom ist. Dahinter steckt offensichtlich ein Meloni-Verehrer, der in der Basilika San Lorenzo in Lucina bei der Restaurierung eines Freskos einem Engel das Antlitz der Regierungschefin verpasste. Meloni selbst reagierte darauf mit einem Smiley.

Die katholische Kirche, deren Wurzeln bis ins fünfte Jahrhundert zurückreichen, liegt mittendrin im historischen Zentrum von Rom. Sie ist auch bekannt, weil sich dort eine Marmorbüste des letzten italienischen Königs Umberto II. befindet, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 ins Exil ging. Darüber sind zwei Engel gemalt, an denen vor der Restaurierung nichts besonders auffällig war. 

Ein Engel mit Italien-Karte


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Jetzt ähnelt einer davon allerdings ungewöhnlich deutlich der Ministerpräsidentin von der Rechtspartei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), die Italien seit mehr als drei Jahren ununterbrochen regiert – länger als fast alle anderen Regierungschefs nach dem Zweiten Weltkrieg. Der „Meloni-Engel“ hält eine Schriftrolle mit den Umrissen Italiens in der Hand. Der andere Engel – immer noch gewöhnlich – reicht dem in Ungnade gefallenen Herrscher die Krone. Das Fresko ist nach Medienberichten nicht besonders alt, sondern stammt aus dem Jahr 2000. 

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Die Angelegenheit fiel zunächst nicht größer auf – bis die Zeitung „La Repubblica“ sie am Samstag publik machte. Als Urheber geriet schnell ein Römer unter Verdacht, der als ehrenamtlicher Helfer für die Kirche tätig ist und künstlerische Ambitionen hat. Der Mann namens Bruno Valentinetti gab schließlich auch zu, das Fresko restauriert zu haben. Auf Fragen von Reportern antwortete er allerdings: „Wer sagt, dass es sich um
Ministerpräsidentin Meloni handelt?“

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Archivbild) picture alliance / ZUMAPRESS.com | marco iacobucci
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Archivbild)

Meloni: „Ich sehe sicherlich nicht wie ein Engel aus“

Meloni selbst, die in allen Umfragen das Feld von Italiens Politikern klar anführt, postete ein Foto des Engels auf ihrer Instagram-Seite. Dazu schrieb die 49-Jährige, versehen mit einem lachenden Smiley: „Nein, ich sehe sicherlich nicht wie ein Engel aus.“ Aus der linken Opposition kamen Proteste, dass es nicht einmal mehr Respekt vor der Kunst und der Kirche gebe. In den Cafés der italienischen Hauptstadt amüsierten sich am Wochenende viele über die Idee. Andere äußerten sich empört. 

Der Fall beschäftigt inzwischen sogar den Vatikan, weil Papst Leo als Oberhaupt der katholischen Kirche auch Bischof von Rom ist. Dort löste die eigenmächtige Umwandlung des Engels Unmut aus. Der Generalvikar des Bistums, Kardinal Baldo Reina, betonte, „Bilder der sakralen Kunst und der christlichen Tradition“ dürften nicht für andere Zwecke instrumentalisiert werden. Jetzt wird darüber nachgedacht, ob das Fresko wieder umgestaltet werden soll.

Zeitung: Maler war auch schon für Berlusconi tätig

Nach Informationen von „Repubblica“ wirkte Valentinetti früher schon bei Innenarbeiten in San Lorenzo mit. Politisch sei er im rechten Lager verortet. Er soll auch schon vom inzwischen verstorbenen rechtspopulistischen Regierungschef Silvio Berlusconi für Renovierungsarbeiten in einer Villa beschäftigt worden sein. (dpa/mp)

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