Ein Polizist steht auf einem Bahnsteig im Bahnhof Siegburg, auf dem ein ICE der Deutschen Bahn steht.

Ein Polizist auf einem Bahnsteig im Bahnhof Siegburg. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Mann (20) droht in ICE mit Anschlag – zwölf Leichtverletzte

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Mitten im Reiseverkehr kurz vor Ostern ist es am Donnerstagabend in einem ICE in Nordrhein-Westfalen zu einem gravierenden Zwischenfall gekommen. Ein Mann drohte mit einem Anschlag. Dann kam es zu Explosionen. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Inmitten der Oster-Reisewelle hat ein Mann in einem ICE in Nordrhein-Westfalen Polizeiangaben zufolge mit einem Anschlag gedroht und Böller explodieren lassen. Zwölf Fahrgäste wurden bei dem Vorfall am Donnerstagabend leicht verletzt. Der 20-jährige Deutsche aus Aachen soll in dem Zug von dort nach Frankfurt laut Zeugenaussagen pyrotechnische Gegenstände, die mit Kunststoffkugeln gefüllt waren, geworfen haben, wie ein Sprecher der Polizei Siegburg sagte. In einer Mitteilung der Polizei aus der Nacht hieß es, dass es sich um zwei bislang nicht näher bestimmte pyrotechnische Gegenstände gehandelt habe. 

Nach Anschlagsdrohung: ICE wurde geräumt

Die Polizei rückte mit schwer bewaffneten Beamten an, der ICE 19 wurde geräumt. Die Hintergründe des Vorfalls sind weiter unklar. Der Tatverdächtige befindet sich laut der Mitteilung aus der Nacht im polizeilichen Gewahrsam. Die Ermittlungen zu seiner Motivation und den Hintergründen dauerten an, hieß es. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Weitere Auskünfte zu den möglichen Hintergründen der Tat gab eine Sprecherin der Polizei zunächst nicht. Die „Bild“ berichtete, dass der Tatverdächtige den Behörden bereits vor der Tat bekannt gewesen sein soll. 


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In der Mitteilung hieß es auch, dass eine verletzte Person vermutlich ein Knalltrauma erlitten habe. Sie wurde demnach in ein Bonner Krankenhaus gebracht, kurze Zeit später aber wieder entlassen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach nach einer ersten Lageeinschätzung auch von „leichten, oberflächlichen Hautverletzungen“ bei Betroffenen. Die meisten Fahrgäste in dem Zug kamen kurz vor Ostern aber mit dem Schrecken davon. 

Mann im ICE hatte Messer im Rucksack

Der Mann habe mit einem Anschlag gedroht und ein Messer im Rucksack gehabt, sagt die Sprecherin der Bundespolizei zunächst. Details nannte sie nicht. Bei Durchsuchungen fanden die Beamten ein weiteres Messer sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper und eine Maske, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Zuvor hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet. 

„Um 20.55 Uhr wurden vermeintliche Schüsse im Zug ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet“, hatte eine Bahn-Sprecherin mitgeteilt. Nach ersten Untersuchungen der Polizei habe sich herausgestellt, dass es sich bei den Knallgeräuschen um gezündete Feuerwerkskörper gehandelt habe. Die Bundespolizei sprach zunächst von sogenannten Softair-Böllern. Um was es sich genau handelte, war am Morgen noch unklar.

Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Dem Sprecher der Siegburger Polizei zufolge hatte der Tatverdächtige zunächst die Böller gezündet und sich dann auf eine Zugtoilette zurückgezogen. Dort habe ihn dann ein Fahrgast eingeschlossen, bis der Zug am Bahnhof eintraf. Der 20-Jährige sei dort von der Bundespolizei herausgezogen worden und nun im Gewahrsam der Siegburger Polizei, sagt der Sprecher. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schreibt von einer maskierten Person. 

Zunächst war die Rede von insgesamt rund 150 Fahrgästen gewesen, die den Zug verlassen mussten und von der Feuerwehr versorgt wurden. Später schrieb die Polizei dann von 180 Gästen an Bord. Viele von ihnen sind den Angaben zufolge Urlaubsreisende und standen mit Koffern auf dem Bahnsteig. Die Passagiere seien in einer nahegelegenen Turnhalle von der Siegburger Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut worden, hieß es. Der Zug und das Bahngleis seien untersucht und später wieder freigegeben worden. 

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Laut Bundespolizei war lediglich das betroffene Gleis gesperrt. Für andere Zugreisende zwischen Köln und Frankfurt blieb der Zwischenfall in der Nacht zum Karfreitag aber nicht ohne Folgen. „Die auf der Strecke befindlichen Züge des Fernverkehrs fahren zurück nach Frankfurt und führen die Fahrt zum Zielort über das Rheintal fort“, sagt eine Bahnsprecherin. (dpa/mp)

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